22.05.2018, 17:39 Uhr

Neue Masche Sex-Videos im Netz verschickt – nun werden die Absender erpresst

Das Internet bietet Kriminellen eine große Plattform – deshalb sollten Nutzer besonders gut aufpassen, (Foto: 123rf.com)Das Internet bietet Kriminellen eine große Plattform – deshalb sollten Nutzer besonders gut aufpassen, (Foto: 123rf.com)

Es beginnt alles ganz harmlos. In sozialen Netzwerken bekommen Männer Freundschaftsanfragen von Frauen, die sie nicht kennen, diese Anfragen nehmen sie an – und schon sitzen sie in der Falle. Denn nicht immer hat die Dame am anderen Ende der Leitung Gutes im Sinn. Oftmals endet dieser Kontakt mit einer Erpressung. Auch im Raum Regensburg und der gesamten Oberpfalz sind bereits erste Fälle aufgetreten.

REGENSBURG Ende April zeigten zwei Männer aus dem Zuständigkeitsbereich der Amberger Polizei einen solchen Erpressungsversuch an. „Der Täter teilte den Mail-Empfängern mit, dass es von ihnen Video-Aufzeichnungen gäbe, in denen sie bei sexuellen Handlungen zu sehen wären. Um einer Veröffentlichung vorzubeugen, sollten die angeschriebenen Personen Vermögensverfügungen mittels Bitcoins vornehmen“, so das Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg in seiner Meldung vom 27. April (siehe auch www.wochenblatt.de).

22-Jähriger per Live-Chat über den Tisch gezogen

Für einen 22-Jährigen aus Nittenau im Landkreis Schwandorf kam es nun ganz dicke – er verabredete sich zum Live-Chat mit einer ihm unbekannten Frau. Die zog sich vor der Kamera aus, er masturbierte dabei. „Nach ein paar Minuten erhielt der Mann dann eine Mail, in der die Frau 800 Euro verlangt, damit sie das aufgezeichnete Video nicht ins Netz stellt“, so die Nittenauer Polizei in ihrer Meldung am 14. Mai (siehe auch www.wochenblatt.de).

Auch die Kripo in Regensburg bearbeitet bereits derartige Fälle, alleine fünf Anzeigen erfolgten Anfang Mai: „Gleich mehrere Geschädigte erhielten unabhängig voneinander Mails. Der Inhalt lautet meist gleich: Die Empfänger seien durch die Webcam bei sexuellen Handlungen gefilmt worden, als sie auf einschlägigen Seiten im Internet unterwegs waren“, heißt es dazu vom Polizeipräsidium Oberpfalz. 500 Euro in Form von Bitcoins seien zu bezahlen, ansonsten werden die kompromittierenden Videos veröffentlicht.

Die Polizei geht davon aus, dass die Dunkelziffer nicht unerheblich ist. Der ein oder andere wird wohl aus Scham oder Angst die geforderte Summe bezahlt haben. Dabei ist der Rat der Polizei klar: Mail nicht beantworten und auf gar keinen Fall irgendeine Zahlung leisten! Und: Den Vorfall bei der Polizei anzeigen! Wichtig dabei ist, die Mail aufzuheben, die man bekommen hat, diese ist für die Polizei bei den Ermittlungen sehr wichtig.

Private Videos nicht an Fremde schicken!

Es mag noch so peinlich sein, mit solch einer Geschichte an die Öffentlichkeit gehen zu müssen, doch nur so ist es möglich, den Tätern auf die Spur zu kommen. Denn jeder, der solch eine Mail bekommt und nicht zur Polizei geht, sollte wissen, dass er meist nicht der einzige ist, der von den Tätern angeschrieben wird. Weitere Menschen geraten in die Gefahr, von den Tätern abgezockt zu werden. Und: Wer einmal zahlt, der zahlt auch ein weiteres Mal. Das wissen die Erpresser. Nicht selten kommen nach einer ersten Zahlung weitere Forderungen durch die Täter.

Grundsätzlich gilt natürlich, sich gar nicht erst in die Gefahr zu begeben, Opfer einer solchen Erpressung werden zu können. Man sollte deshalb besonders achtsam sein und sich nicht von Fremden filmen lassen oder gar selbst private Videos an Fremde verschicken. Und selbst, wenn man den Empfänger gut kennt, ist Vorsicht geboten, denn nicht selten kam es auch schon vor, dass der Freund oder die Freundin nach dem Ende der Beziehung zum Erpresser oder zur Erpresserin wird.

So sehr uns das Internet in vielen Lebensbereichen gute Dienste leistet, so bringt es auch für Kriminelle ein weites Betätigungsfeld. Wichtig ist, hier vorsichtig zu sein, mit wem man es zu tun hat!


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