07.05.2018, 14:57 Uhr

Kein Strategiespiel Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen wegen illegalen Glücksspiels gegen Watt-Turnier-Veranstalter ein

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat die Ermittlungen gegen den Organisator eines Watt-Turniers wegen illegalen Glücksspiels eingestellt. Das teilte Konrad Kaser aus Laub bei Regenstauf, der Angeschuldigte, am Montagnachmittag, 7. Mai, dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 1/Regionalnachrichten Niederbayern/Oberpfalz) in Regensburg mit.

ZEITLARN Nach seinen Angaben erhielt er am Samstag, 5. Mai, ein entsprechendes Schreiben der Staatsanwältin Kalteis. Die Begründung für die Einstellung übermittelte dem 66-jährigen Rentner und ehemaligen Eishockey-Manager des EV Regensburg nach seinen Angaben die Polizei in Regenstauf telefonisch. Danach wurden die Ermittlungen eingestellt, weil Kaser glaubhaft machen konnte, dass er das Watt-Turnier des FC Laub im März nicht zur Gewinnerzielung oder mit gewerblichen Absichten organisiert hatte. In Kasers Turnier sollten die Watter neun Euro Einsatz (kein „Unkostenbeitrag“) pro Person bezahlen und Preise von 50, 100 oder 200 Euro gewinnen.

Die Ermittlungen nach einer anonymen Anzeige wegen illegalen Glücksspiels hatten überregional für erhebliches Aufsehen gesorgt. Im BR-Fernsehen berichteten die „Abendschau“ und „quer“, außerdem waren Berichte in zahlreichen ´Printmedien zu lesen. Laut Kaser wird in der 15-zeiligen Begründung für die Einstellung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Watt-Turnier dann illegales Glücksspiel darstellt, wenn um Geld oder geldwerte Gutscheine, auch Benzingutscheine, gespielt wird. Kein illegales Glücksspiel liegt vor, wenn, so Kaser, „um eine halbe Sau oder eine Bohrmaschine gespielt wird“, wobei in diesem Fall entsprechende der Rechtslage die Veröffentlichung einer Sponsorenliste zwingend notwendig ist. Nach Paragraph 284 des Strafgesetzbuchs steht auf die Werbung für illegales Glücksspiel eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Watten ist nach der Rechtslage ein Glücksspiel und kein Strategiespiel, weil nicht alle Karten im Spiel sind und damit Spieler mit schlechten Karten, die geschickt bluffen, gewinnen können.


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