31.03.2018, 12:42 Uhr

Anwohner finden das weniger lustig Im Pürkelgutweg soll es heiß her gehen – leichte Mädchen stören Anwohner in Regensburg


Die Anwohner an der Edith-Stein-Straße in Regensburg wohnen in neuen schicken Häusern, das Candis-Gelände ist gerade erst im Aufbau, hier tut sich noch viel. Was weniger ansprechend ist für die Anwohner, sind Vorgänge im Pürkelgutweg. Dort nämlich soll es ein Bordell geben, so zumindest die Vermutung der Anwohner. Und das stört den Frieden in der Domstadt.

REGENSBURG Sucht man im Internet nach Prostitution in Regensburg, findet man auch ganz schnell besagtes Etablissement im Pürkelgutweg. So weit hergeholt scheint die Einschätzung der Nachbarschaft also nicht zu sein. Seitens der Stadt indes hält man sich zurück, Auskunft gibt es keine: „Aufgrund der strengen datenschutzrechtlichen Vorgaben im Bereich des Prostituiertenschutzgesetzes können über konkrete Objekte leider keine Auskünfte erteilt werden“, teilt Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra auf Wochenblatt-Anfrage mit. CSU-Stadträtin Bernadette Dechant ist da schon gesprächiger, sie bemängelt gegenüber dem Wochenblatt, dass man in der Stadt wohl den Satz „jede Stadt braucht Schmuddelecken“ zelebriere. Und so ist ihr auch der Betrieb im Pürkelgutweg ein Dorn im Auge. Rund um das Gebäude gebe es schon eine Vielzahl solcher Einrichtungen. Das bestätigt auch die Stadt.

Rund 75 Betriebe seien bei der Stadt angezeigt, „darunter befinden sich nur wenige größere Betriebe. Meist handelt es sich um Ein-Zimmer-Appartements. Es kann noch keine abschließende Aussage darüber getroffen werden, wie diese verteilt sind beziehungsweise ob es in manchen Stadtteilen zu einer besonderen Häufung kommt. Lediglich der Hafenbereich sticht heraus.“ Und im weiteren Sinne gehört der Pürkelgutweg zum Hafenbereich.

Die Anwohner fühlen sich belästigt – nicht zuletzt vom Zustand des Gebäudes und des Grundstückes. Außerdem seien viele Fahrzeuge im engen Pürkelgutweg unterwegs – manchmal nicht gerade mit langsamer Geschwindigkeit. Das Gebäude bereitet auch Stadträtin Dechant Sorgen: Die bauliche Substanz könne unter Umständen Leben gefährden. Man müsse hier die Arbeitsbedingungen für die Frauen sehen und an die Menschenwürde denken, sagt die engagierte CSU-Frau. Sie frage sich, ob hier das Gesundheitsamt und das Gewerbeaufsichtsamt bereits vor Ort waren, um nach dem Rechten zu sehen.

Ein Anwohner berichtet dem Wochenblatt, er habe sich in dem Gebäude „mal umgesehen“, Rauchmelder zum Beispiel habe er vergeblich gesucht. Er sehe hier auch die Frauen einer nicht kalkulierbaren Gefahr ausgesetzt.

Seitens der Stadt gibt es auch hier nur Allgemeinplätze zu den circa 75 Betrieben im Stadtgebiet: „Das Ordnungsamt und die Polizei führen regelmäßig Kontrollen durch. Es werden immer wieder Verstöße festgestellt, die geahndet werden. Schließungen von Betrieben fanden bisher noch nicht statt“, so die Stadtsprecherin. Auch zum Thema des Brandschutzes gebe es Vorschriften: „Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.“

Die Anwohner rund um den Standort – und auch Stadträtin Dechant – geben sich damit nicht zufrieden. Sie wollen sich dafür einsetzen, dass das Gebäude bestenfalls nicht mehr als Bordell genutzt wird. Sollte dies aber doch Stand der Dinge bleiben, so müssten sich zumindest die Umstände, unter denen dort gearbeitet wird, schnellstmöglich ändern – also verbessern!


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