01.03.2018, 09:22 Uhr

Fürstin Gloria zur Fastenzeit „Von den Muslimen können wir etwas lernen“


Fürstin Gloria von Thurn und Taxis schreibt im Wochenblatt alle vier Wochen über Begegnungen und Dinge, die sie bewegen. Diesmal hat sie sich mit der Fastenzeit auseinander gesetzt.

REGENSBURG Die Fastenzeit ist die Vorbereitungszeit auf Ostern. Hier haben wir die Gelegenheit, kleine oder größere Opfergaben zu schenken, um Gott für die Erlösung oder Rettung der Welt zu danken.

Ein großes Fest kann nur gelingen, wenn es entsprechend gut vorbereitet wird. Jede große Feier hält einen Überfluss an guten Gaben bereit, die es zum Fest gibt. Wenn man also richtig feiern möchte, dann ist es viel schöner, sich vorher etwas zurückzunehmen, um hernach besser genießen zu können.

Als Kinder durften wir in der Fastenzeit keine Süßigkeiten essen. Außer am Sonntag, denn Sonntag ist immer Fastenbrechen, weil der Sonntag ja der Auferstehungstag ist. Am Karfreitag galt auch strenges TV- und Musik-Verbot, schließlich sollten wir an diesem Tag den Tod unseres Herrn Jesus Christus betrauern. Von den Muslimen können wir lernen, unseren Glauben offensiver zu leben. Der Ramadan ist mittlerweile fast jedem ein Begriff. Dabei wissen nur noch wenige, das Fasten auch bei Juden und Christen ein wichtiger Bestandteil der gelebten Religion ist. An den Freitagen in der Fastenzeit gilt für mich die einmalige Sättigung, das bedeutet, dass an dem Tag so wenig wie möglich gegessen wird. Mir persönlich ist während der Fastenzeit die heilige Messe und einmal in der Woche eine Kreuzwegandacht wichtig. Eine Diät lehne ich in der Fastenzeit ab, denn schließlich soll es ja nicht um ein ästhetisches Ziel, nämlich um das Abnehmen gehen, sondern darum, dem Herrn etwas ganz uneigennützig als Geschenk unters Kreuz zu legen.

Das kann eine lieb gewonnene Gewohnheit, oder gar eine schöne Abwechslung sein, auf die konkret verzichtet wird.

Die wichtigsten Tage sind für mich ab Gründonnerstag, wenn es in das sogenannte heilige Triduum geht. Hier hat die Liturgie absoluten Vorrang, denn ab da geht es mir vor allem darum, mich mitnehmen zu lassen auf die liturgische Reise um die Erinnerung an das Leiden und Sterben Christi. Natürlich bedeutet das nicht, dass man mit einem Gesicht wie „Drei Tage Regenwetter“ durch die Welt läuft. Nein, es bedeutet nur, dass das Leben in der Kirche und die liturgischen Feiern an diesen drei Tagen den Mittelpunkt bilden.

Das alles kulminiert dann in der Osternacht. Am Ostersonntag schließlich gibt es das große Osterfrühstück. Und wenn Kinder da sind, werden auch kleine Geschenke je nach Wetterlage im Garten oder im Haus versteckt. Wir haben schon übers Jahr Geschenke gefunden, die am Ostermorgen beim Suchen übersehen wurden. Ja, Ostern ist für mich auch das schönste Fest im Jahr, weil alle „happy“ sind und die Sentimentalität, die an Weihnachten so gerne durch die Räume schleicht, durch den Frühling draußen keine Chance hat.


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