06.12.2017, 15:47 Uhr

Beeindruckende Bilder Julian Höcher filmt die Welt: Bilder fürs Leben, um wirklich zu leben


26-jähriger Passauer macht Filme rund um den Globus.

PASSAU Julian Höcher lebt ihn, den großen amerikanischen Traum. Und er lebt ihn vom kleinen niederbayerischen Passau aus. Dabei hat er im Wintersemester 2010/2011 in der Dreiflüssestadt erst einmal ein Lehramtsstudium angetreten. Doch dann – über viele Ecken und Menschen – kam plötzlich alles anders, nur weil Julian Höcher, der u. a. das Fach Musik studierte, in einem Musical mitwirken wollte. Julian Höcher hatte viele Ideen, die aber nirgends auf fruchtbaren Boden fielen. Also kaufte er sich eines Tages selbst eine Kamera und los ging’s. Seither hat sich im Leben des heute 26-Jährigen so einiges getan. Und alles mehr oder weniger zufällig, versteht sich. Das eine ergab einfach das andere, der Kopf steckte voller Ideen. Fortuna half auch das eine oder andere Mal nach. Seinen Hochschulabschluss machte der Passauer aber trotzdem. Erst danach ging’s ab in die Selbstständigkeit. Und so wurde aus der Film-Leidenschaft plötzlich mehr.

Höcher arbeitet z. B. öfter mal auf niederbayerischen Tattoomessen. Und so kam es, dass der Lehramtsstudent auf der Landshuter Tattoomesse Dustyn Alt kennenlernte, den mehrfach ausgezeichneten BMX-Profi. Dieser zeigte dem Passauer einige BMX-Tricks – der Passauer war begeistert. Und wieder kam eines zum anderen, die beiden kamen ins Gespräch und der Hobby-Filmer bekam von Dustyn Alt das Angebot, mit ihm nach Barcelona zu fliegen, um dort zu drehen. „So sind wir auseinandergegangen. Eine Woche später rief er an, um zu fragen, ob ich mit ihm statt nach Barcelona nicht eine Woche nach New York fliegen möchte.“ Wer würde da ablehnen?

Nächste Station: Kuba. Via Facebook suchte Höcher nach einem Auftrag, etwa für ein Musikvideo mit „Darias Band“, das in Kuba aufgenommen wurde. Und im März 2018 geht’s mit der gleichen Crew nach Los Angeles. Aber auch in der Heimat gibt‘s Spannendes. Über eine Freundin, die in der Organisation von „Snowboard Germany“ tätig ist, fand sich Julian Höcher eines Tages auf einer Veranstaltung wieder, auf der das aktuelle Team für World-Cup/Olympia vorgestellt wurde sowie die besten Sportler des Jahres geehrt wurden. Fotoshooting, Filmarbeiten und schon war Julian Höcher für einen Making-of-Film zuständig.

New York, Kuba und Snowboard Germany

Vielleicht ist genau das das Geheimnis seines Erfolgs: Höcher lässt sich treiben, will sich immerzu verbessern, mit interessanten Menschen arbeiten und immer mehr Menschen mit seiner Arbeit erreichen. „Klar wäre es cool mal ein Musikvideo für einen der Chartstürmer zu drehen, oder einen Werbeclip, der im Fernsehen läuft. Aber an sich bin ich sehr zufrieden damit, welche Leute ich bisher schon kennenlernen durfte.“

Wie eben Dustyn Alt, einer der weltbesten BMX Freestyler aus der Kleinstadt Hohenstein-Ernstthal bei Chemnitz. Aber Fortuna bleibt Höcher scheinbar treu. Denn so lernte der Passauer Filmer auf diversen Festivals Stars wie etwa Mark Forster, K.I.Z., Jennifer Rostock, Annenmaykantereit, MC Fitty oder auch die 257er kennen. Aber egal, Promi hin oder her, das macht für Julian Höcher keinen Unterschied: „Ich fand es genauso interessant, als ich einen Film für den Gesprächskreis Downsyndrom Rottal-Inn e. V. gemacht habe. Der Spaß am Projekt ist mir am wichtigsten!“

Ein Vorbild hat Julian Höcher nicht. Nicht einmal Steven Spielberg. „Schließlich macht auch der beste Regisseur noch keinen guten Film, das ist immer Teamarbeit!“ Aber eines steht fest: Julian Höcher liebt Filme. Und am liebsten guckt er die auf seiner riesigen Blu-ray-Wand. Allerdings sieht er die „Streifen“ wohl mit anderen Augen, behält viele Bilder im Kopf, die er gerne mal selbst erstellen würde – sei es eine besondere Porträtaufnahme, ein individueller Farbstil oder ein neuer künstlerischer Ansatz im Bild. Julian Höcher sammelt die Bilder quasi im Kopf und versucht, aus diesen Kopf-Bildern dann irgendwie einen ganzen Film zu kreieren.

Wie bisher alles scheinbar reibungslos funktioniert, das überrascht Julian Höcher selbst. Aber Stillstand ist ihm fremd – Julian Höcher möchte besser werden, immer besser. Und wieder lässt Höcher sich vom Leben treiben, von Fortuna tragen. „Ich habe immer den ersten Schritt im Kopf, den ich erreichen will. Diverse Pläne, wo ich z. B. in zehn Jahren sein will, habe ich nicht. Das ist mir einfach zu weit weg.“

„Ich behalte viele Bilder im Kopf!“

Und dann fällt dem Passauer Filmer aber doch noch ein Ziel ein: Er möchte seine Firma vergrößern und einen Mitarbeiter einstellen oder doch noch lieber einen Partner finden, „der mit der gleichen Leidenschaft dabei ist wie ich. Damit wir das Ding zusammen rocken können.“

Filme von Julian Höcher findet man auf Youtube.


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