25.09.2020, 14:49 Uhr

Ehrung mit Auszeichnung Drei Landshuterinnen sind „echte Vorbilder“

„Hand in Hand“: (von links) Ursula Buchner, Maria Schwaiger und Michaela Hansen haben ehrenamtlich viel Gutes getan. Dafür wurden sie von Oberbürgermeister Alexander Putz mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.  Foto: Stadt Landshut„Hand in Hand“: (von links) Ursula Buchner, Maria Schwaiger und Michaela Hansen haben ehrenamtlich viel Gutes getan. Dafür wurden sie von Oberbürgermeister Alexander Putz mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Foto: Stadt Landshut

Drei Landshuterinnen bekamen für herausragendes Engagement kürzlich das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten verliehen.

Landshut. Oberbürgermeister Alexander Putz hat am Mittwochnachmittag „als ehrende Anerkennung für langjährige hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit“ Ursula Buchner, Michaela Hansen und Maria Schwaiger mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder ausgezeichnet.

„Sie engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich und gehören damit zu den Bürgerinnen und Bürgern, die die Rädchen der Stadt in Bewegung halten“, betonte Putz. Die Geehrten waren lange Jahre ehrenamtlich bei „Hand in Hand“ tätig – dem Dachverband von über 70 verschiedenen Selbsthilfegruppen, der vor 27 Jahre gegründet wurde. Der Verein organisierte Informationsveranstaltungen, Vorträge, Diskussionsrunden und vieles mehr, um den Betroffenen aktive Hilfe zu bieten und in der Öffentlichkeit auf die Belange der Kranken aufmerksam zu machen. Im vergangenen Jahr hatte sich der Dachverband aufgelöst, nachdem kein Nachfolger für den Vorsitz gefunden werden konnte. Dabei erfüllen Selbsthilfegruppen Putz zufolge eine wichtige Aufgabe: „Sie geben Menschen mit seelischen, körperlichen und sozialen Problemen Rückhalt und Unterstützung.“ Gespräche und der Erfahrungsaustausch geben Betroffenen Kraft und das Gefühl, nicht allein zu sein. Durch Beratung und professionelle Unterstützung erfahren sie Hilfe im Alltag und bei ihrer Erkrankung.

„Dies alles haben Sie durch Ihren langjährigen Einsatz für viele Menschen ermöglicht. Sie sind echte Vorbilder“, würdigte Putz Ursula Buchner, Michaela Hansen und Maria Schwaiger. Wie er ergänzte, würde ehrenamtliches Engagement oft als „Kitt“ der Gesellschaft bezeichnet. Doch es sei viel mehr, entgegnete der OB. Es sei das Tragwerk, das die Gesellschaft wie ein Gebäude zusammenhalte. „Sie investieren unentgeltlich viele Stunden ihrer Freizeit und Kraft für die Allgemeinheit. Ich könnte mir nicht vorstellen, wie es ohne die vielen ehrenamtlich Tätigen wäre. Dafür mein herzlichster Dank“, sagte Putz und hob hervor: Ein solches Engagement sei nicht selbstverständlich – umso wichtiger sei es, diese vorbildliche und herausragende Leistung auch öffentlich zu würdigen. Er freue sich deshalb sehr, dass den drei Landshuterinnen diese besondere Auszeichnung des Bayerischen Ministerpräsidenten zuteilwerde.

Das Ehrenzeichen erhalten laut Bayerischer Staatsregierung Personen, die sich durch aktive Tätigkeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen hervorragende Verdienste erworben haben. Die Verdienste sollen vorrangig im örtlichen Bereich erbracht worden sein und mindestens 15 Jahre umfassen. Kriterien, die Ursula Buchner, Michaela Hansen und Maria Schwaiger mehr als erfüllen – dachten sich auch ihre „Hand in Hand“-Vereinskollegen Josef Payer und Werner Kühnert: Einen entsprechenden Vorschlag gaben sie an Oberbürgermeister Alexander Putz weiter, der diesen unterstützte und dem Staatsministerium mitteilte – mit Erfolg. Zur offiziellen Verleihung im Rathaus lud Putz Payer und Kühnert deshalb ebenfalls mit ein, um sich bei ihnen nochmals dafür zu bedanken. Bevor der OB im Namen des Bayerischen Ministerpräsidenten Ursula Buchner, Michaela Hansen und Maria Schwaiger mit der Ehrennadel und einer Urkunde auszeichnete, hielt er jeweils eine persönliche Laudatio auf die zu Ehrenden.

Ursula Buchner übernahm von 1998 bis 2003 die Leitung der Elternherberge in der angemieteten zweieinhalb Zimmerwohnung über der Ursulinenturnhalle und war Ansprechpartnerin und Betreuerin von Eltern, Geschwistern oder Angehörigen während des Aufenthaltes ihrer kranken Kinder im Kinderkrankenhaus St. Marien. Dabei versuchte sie den Angehörigen in ihrer schweren Situation zu helfen und ihnen Mut zu machen. Seit 2004 war sie für die Kassenführung bei „Hand in Hand Selbsthilfegruppen e.V. Landshut“ und für die Verwaltung der Spenden und der finanziellen Unterstützung der insgesamt neun Förderer verantwortlich. Sie besucht zudem seit 14 Jahren wöchentlich die Tagesklinik der Onkologie im Klinikum Landshut und versucht dadurch, betroffenen Personen den Aufenthalt in der ambulanten Klinik so gut wie nur möglich erträglich zu gestalten. Sie hat stets ein offenes Ohr für die Patienten und gibt ihnen Kraft, um den langen Weg ihrer Krankheit zu gehen.

Michaela Hansen trat 1990 die Ausbildung zur klinischen Seelsorge bei der evangelischen Kirche an und unternahm jeweils davor und danach Krankenhausbesuche im Klinikum Landshut, um Patienten in ihrer schweren Situation zu unterstützen und mit ihnen zu reden. Sie betreute mehrere Jahre eine hilfsbedürftige 90-jährige Dame. Anschließend bat Dekan Stelzner sie, die Betreuung einer hilfebedürftigen, alleinstehenden Dame zu übernehmen, um ihr ein selbstbestimmtes Leben im Altersheim zu ermöglichen. Sie war 1997 Gruppenspringerin und Beisitzerin bei „Hand in Hand Selbsthilfegruppen e. V. Landshut“ und war zudem seit 2004 bis 2019 Schriftführerin. Dort übernahm sie 1998 auf Bitten der AOK die Mitarbeit in der Parkinsonselbsthilfegruppe zur Findung einer neuen Leitung und die Leitung der Diabetes-Selbsthilfegruppe. Im Jahre 2000 ließ sie sich zur Sanitäterin ausbilden und engagiert sich seitdem tatkräftig im Krisen-Interventionsteam. Sie hatte auch stets ein offenes Ohr für Senioren und versucht deren Tage in Seniorenheimen abwechslungsreich zu gestalten. Deshalb gründete sie im Jahre 2001 die „ökumenische Besuchsdienst-Initiative“ im Johannisstift in Altdorf.

Maria Schwaiger ist seit 1998 Gruppenleiterin der „Kreuzbundgruppe Landshut“. Dort betreut und unterstützt sie Suchtkranke und ihre Angehörigen, um aus dem Teufelskreis der Sucht auszusteigen. Sie war 1999 stellvertretende Regionalsprecherin für die Region Landshut und ab 2002 vier Jahre lang sogar Regionalsprecherin des „Kreuzbundes, Region Landshut“. Gleich im Anschluss bis 2018 war sie Vorsitzende des „Kreuzbund DV Regensburg“, zudem ebenfalls noch zuständig für die Region Landshut. Von 2011 bis 2017 engagierte sie sich als stellvertretende Kreuzbund-Bundesvorsitzende und moderierte 2013 als Co-Moderatorin den neunten „Bayerischen Selbsthilfekongress“. Von 2004 bis 2019 hatte sie den Vorsitz des Vereins „Hand in Hand Selbsthilfegruppen e. V. Landshut“ inne. Sie organisierte während ihrer Tätigkeit als Vorsitzende 15 Jahre lang unzählige Seminare zu gesundheitlichen Themen, die meist im Achdorfer Krankenhaus stattfanden. Um den Zusammenhalt der Menschen in den Gruppen und im Verein zu stärken, arrangierte sie jährlich zwei verschiedene Wochenendseminare und einen Tagesausflug. Zudem spendete der Verein „Hand in Hand Selbsthilfegruppen e. V. Landshut“ an eine alleinerziehende Mutter mit drei schwerkranken Kindern, deren jüngste Tochter geistig und körperlich behindert ist und nun dank der Spende einen Begleithund bekam.


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