19.06.2020, 15:04 Uhr

6 Filialen in Bayern betroffen Karstadt in Landshut muss nicht schließen

Die Karstadt-Filiale am Landshuter Ländtorplatz steht wohl nicht auf der Streichliste des Konzerns.  Foto: GrießerDie Karstadt-Filiale am Landshuter Ländtorplatz steht wohl nicht auf der Streichliste des Konzerns. Foto: Grießer

Galeria Karstadt Kaufhof wird schon bald 62 der 172 Filialen schließen – darunter sechs Standorte in Bayern. Wie der BR berichtet stehen drei Filialen in München, zwei in Nürnberg sowie ein Ingolstädter Standort auf der Streichliste. Der Karstadt in Landshut wäre demzufolge nicht betroffen.

Landshut. Alles in allem keine schönen Aussichten für den angeschlagenen Warenhaus-Konzern, der schon vor der Corona-Krise in ziemliche Schieflage geraten war und rote Zahlen geschrieben hatte. Konkret bedroht sind Karstadt in Ingolstadt, in Nürnberg die Häuser an der Lorenzkirche und in Langwasser sowie in München die Häuser am Nordbad und am Olympia-Einkaufszentrum sowie die Galeria am Stachus.

Die Zahl der Filialschließungen fällt mit 62 aber etwas geringer aus als zunächst befürchtet. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar signalisiert, dass im Zuge der Sanierung bis zu 80 Filialen geschlossen werden könnten. Doch das ist wohl nur ein kleiner Trost. Denn: Rund 6.000 Vollzeitstellen sollen bundesweit abgebaut werden, was in Summe wohl etwa 7.500 Mitarbeiter betreffen wird. In Bayern sind rund 800 Mitarbeiter direkt betroffen.

Der Sanierungsdruck bei Galeria Karstadt Kaufhof ist gewaltig. Der Handelsriese war durch die Pandemie-bedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. „Wir gehen von einer Milliarde Umsatzverlust in diesem Jahr aus und rechnen auch nicht damit, dass die Kunden im kommenden Jahr wieder so einkaufen werden wie vor Corona. Das heißt, bis Ende 2022 könnten die Umsatzeinbußen sogar auf insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro steigen“, beschrieb der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz im Mai die Probleme des Konzerns.

Die Rettungsbemühungen standen auch unter großem Zeitdruck. Bis Ende des Monats muss die Konzernführung einen Sanierungsplan vorlegen. In den vergangenen Wochen rangen die Gewerkschaft Verdi, der Betriebsrat und die Geschäftsführung dennoch erbittert darum. Streitpunkte: ein Sozialtarifvertrag, ein Interessensausgleich für die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter und ein Zukunftskonzept für den Konzern.


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