17.11.2019, 20:31 Uhr

Gewächshaus wird zum „Tannen-Labor“ Die Emslanders wollen den perfekten Christbaum erfinden

Widerstandsfähig und duftend: Thomas Emslander jun. und sein Vater versuchen in ihren Gewächshäusern, den perfekten Christbaum zu erfinden. (Foto:  Tobias Grießer)Widerstandsfähig und duftend: Thomas Emslander jun. und sein Vater versuchen in ihren Gewächshäusern, den perfekten Christbaum zu erfinden. (Foto: Tobias Grießer)

Die Nordmanntanne ist und bleibt der Klassiker unter den Christbäumen. Der robuste Baum stammt ursprünglich aus Südosteuropa, wo ähnliche klimatische Bedingungen wie hierzulande herrschen, und hat deswegen auch die letzten beiden trockenen Sommer recht gut überstanden. Trotzdem sind nicht alle glücklich mit der Nordmanntanne.

UNTERGLAIM „Viele vermissen eine dunklere Farbe oder den typischen Christbaumduft“, sagt Thomas Emslander jun., Anbauer aus Unterglaim (Gemeinde Ergolding). Deshalb ist die Branche auf der Suche nach dem perfekten Christbaum – vor allem auch im Hinblick auf den Klimawandel.

Auch in Unterglaim laufen seit langem Versuche und Kreuzungen, eine neue Christbaum-Art zu kreieren. Thomas Emslander zum Wochenblatt: „Wir haben schon einiges ausprobiert, irgendwie hatte aber jede Baumart ihre Schwächen. Entweder fehlte der Duft, der Wuchs war nicht schön oder der Baum war frostempfindlich.“ Die Veredelungsversuche seien sehr aufwendig sowie zeit- und kostenintensiv. Schließlich bestehen hier Unter- und Oberbaum aus zwei verschiedenen Baumarten und müssten harmonieren.

Derzeit läuft im Gewächshaus der Familie Emslander – sozusagen im Christbaum-Labor – ein äußerst vielversprechender Testlauf: Eine langsam wachsende Koreatanne (als Unterbaum) wurde mit einer sehr widerstandsfähigen und duftenden Küstentanne gekreuzt. Thomas Emslander: „Insgesamt hatten wir 10.000 Küstentannen gepflanzt, von denen sich eine einzige vor allem farblich etwas abgehoben hat. Von diesem einen Baum heraus veredeln wir derzeit unsere Kreuzungen.“

Ob diese vielversprechende „Korea-Küsten-Tanne“ dann der perfekte Christbaum für unsere Breitengrade ist, wird man aber noch nicht so schnell wissen. Schließlich werden die Christbaum-Kulturen frühestens nach sechs bis acht Jahren geschnitten, der Großteil erst nach acht bis spätestens zwölf Jahren abgeräumt.

Bis erste belastbare Erfahrungen der Emslander‘schen Tanne vorliegen, wird im Gewächshaus aber weiter fleißig herumprobiert und gekreuzt. Vielleicht hat ja der Klimawandel in ein paar Jahren schon ganz andere Herausforderungen für Christbäume parat.


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