27.10.2017, 12:08 Uhr

In Ergolding kümmern sich Anwälte darum, welche Katzen wohin dürfen „Hilfe, mein Nachbar füttert meine Katzen fett!“

Diese beiden Katzen bekommen angeblich viel zu viel zum Fressen – und das Frauchen kann nichts dagegen tun. Foto: Privat  (Foto:Ja)Diese beiden Katzen bekommen angeblich viel zu viel zum Fressen – und das Frauchen kann nichts dagegen tun. Foto: Privat (Foto:Ja)

In der Marktgemeinde tobt schon seit zwei Jahren ein erbitterter Hauskatzen-Krieg zwischen zwei Nachbarn. Ein Ende ist nicht in Sicht. Sogar ein Gerichtsbeschluss wegen „illegalen Einsperrens“ der Samtpfoten hat bisher nichts gebracht.

ERGOLDING Was ist passiert? Offenbar lässt ein Nachbar zwei Katzen immer wieder bei sich in die Wohnung, obwohl die Katzen der zehnjährigen Tochter von Angelika M. gehören (Name v.d. Reddaktion geändert). „Meine Tochter leidet besonders unter der Situation, weil wir die Tiere als Schmusekatzen speziell für sie angeschafft haben“, so Angelika M. Doch sie habe praktisch nichts von den Katzen, „weil der Nachbar sie immer wieder einsperrt und anfüttert“.

Weil die Tiere von einem Bauernhof stammen, sollen sie freilaufend bleiben. Doch der Tierarzt der Katzenbesitzer-Familie warnt bereits, „dass die Katzen wegen Überfütterung viel zu dick sind“.

Auf Wochenblatt-Nachfrage an seiner Haustür reagiert der Beschuldigte sehr ungehalten und will „gar nichts zur Sache sagen ohne meinen Anwalt“. Der Blick zu seinem Grundstück ist neuerdings durch eine hohe Gabionenmauer verstellt. „Alles Absicht, damit wir nicht sehen können, was sie mit den Katzen machen. Sogar eine Überwachungskamera in Richtung unseres Eingangs war zeitweise installiert“, echauffiert sich Angelika M.

Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld

Auch die Polizei habe sie mehrfach wegen des Wegsperrens der Katzen gerufen. Dann habe der Nachbar „die Tiere jedes Mal schnell aus dem Haus auf die Terrasse gesetzt“. Denn das Wegsperren fremden Eigentums – also der Katzen – ist juristisch gesehen Diebstahl. Sogar Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 (!) Euro war dem Nachbarn angedroht worden und Ordnungshaft, per Gerichtsbeschluss von 26. Februar 2016. Dagegen legte der Nachbar Widerspruch ein – wodurch in der Sache nichts passierte – und verlangt seinerseits, „die fremden Katzen unverzüglich von meinem Grundstück zu entfernen“.

Der Nachbar verbirgt sich hinter einer hohen Mauer. Dahinter füttert er angeblich Katzen kugelrund.Foto: kr (Foto:Ja)

Für Angelika M. ist das ein schlechter Witz, „weil Absicht hinter dem Anfüttern steckt“. Auf ihre Nachfrage habe der Nachbar nur entgegnet, „dass ihm die Tiere immer wieder zulaufen“. Damit steht Aussage gegen Aussage. Und der Rechtsstreit ist eine Sackgasse geraten. Für Angelika M. ist das ein Albtraum, der nicht aufhören will: „Warum hört der Nachbar nicht endlich auf mit seinen Tricks?“ Der habe schließlich selbst eine Katze und solle sich „selbst weitere dazu kaufen, wenn er unbedingt noch mehr haben will“.


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