15.04.2020, 10:12 Uhr

Nächster Termin im Juli Gedenkfeier verschoben – das Coronavirus macht auch den Abschied von Sternenkindern schwierig

Das Grabfeld auf dem Kelheimer Waldfriedhof. Foto: Gudrun WeidaDas Grabfeld auf dem Kelheimer Waldfriedhof. Foto: Gudrun Weida

Ein Baby vor nach der Geburt zu verlieren, ist ein schweres Schicksal, was viele Familien tragen müssen. Im Landkreis Kelheim gibt es vier Mal im Jahr eine Abschiedsfeier für diese verstorbenen Kinder. Eigentlich hätte es am Samstag, 11. April, wieder soweit sein sollen – doch auch hier machte das Coronavirus der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung.

Landkreis Kelheim. Seit dem 17. März 2007 gibt es auf dem Kelheimer Waldfriedhofs ein Grabfeld, in dem Sternenkinder unter einem Geburtsgewicht von 500 Gramm bestattet werden können. Immer der zweite Samstag im Januar, April, Juli und Oktober finden sich Betroffenen und Interessierte um 10 Uhr in der Aussegnungshalle des Friedhofes ein, um Abschied zu nehmen. Im Anschluss folgt die Sammelbestattung am Grabfeld.

Gudrun Weida von Donum Vitae berichtet, dass der Besuch der Gedenkfeier sehr unterschiedlich angenommen wird: „Manchmal ist nur ein Elternpaar anwesend, einmal waren dagegen so viele Angehörige da, dass die Sitzplätze nicht für alle ausreichten.“ Jedes Schicksal ist ander, jedes Paar, jede Familie verarbeitet den Verlust eines Kindes anders: „Neulich bin ich auf dem Weg zum Ausgang mit einer jungen Frau ins Gespräch gekommen, die mir sagte, sie habe ihre Freundin begleitet, um ihr beizustehen. Sie selbst sei jetzt, nach acht Jahren, dabei, ihre eigene Fehlgeburt zu verarbeiten, vorher habe sie es nicht fertiggebracht, herzukommen“, erzählt Weida. Auch Geschwisterkinder bringen sich oft ein und basteln für ihre verstobenen Geschwister.

Das Coronavirus hat nun die Gedenkfeier am 11. April unmöglich gemacht. Der nächste reguläre Termin wäre der Samstag, 11. Juli, 10 Uhr. Weida hofft, dass die Feier dann wieder stattfinden kann.


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