19.12.2018, 14:30 Uhr

Feierliche Übergabe Dingolfinger BMW-Azubis restaurierten das einzig erhaltene Exemplar des BMW 1600 GT Cabriolet


Nach einem höchst wechselvollen Fahrzeugleben kehrte das Juwel nach Dingolfing zurück, jetzt erstrahlt es wieder in dem ihm gebührenden Glanz.

DINGOLFING „Gleich am ersten Tag meiner Lehre bei BMW stand dieses Fahrzeug vor mir. Ich wusste sofort, dass es eine große Ehre ist, daran mitzuarbeiten“, erinnert sich Dominic Ofner. „Dieses Fahrzeug“ war ein BMW 1600 GT Cabriolet, und wer sich mit Autos auskennt wie der ehemalige Auszubildende des BMW Werks Dingolfing, der weiß auf Anhieb, dass er ein wahres Juwel vor sich hat.

Im Fall des BMW 1600 GT Cabriolet handelt es sich sogar um ein Unikat, um den einzig erhaltenen von ursprünglich zwei Prototypen, die der italienische Karosseriedesigner Pietro Frua im Herbst des Jahres 1967 im Auftrag von BMW auf die Räder stellte. Das erste Exemplar wurde bei Testfahrten schwer beschädigt und anschließend verschrottet. Das zweite ging an den damaligen Großaktionär der BMW AG, Herbert Quandt. Nach einem höchst wechselvollen Fahrzeugleben kehrte das Juwel nach Dingolfing zurück, jetzt erstrahlt es wieder in dem ihm gebührenden Glanz. In der Fahrzeugsammlung der BMW Group Classic in München bekommt das einzigartige BMW 1600 GT Cabriolet jetzt einen Ehrenplatz.

Zu verdanken ist dies einer ganzen Riege von Nachwuchstalenten wie Dominic Ofner sowie ihren Ausbildern im BMW Group Werk Dingolfing. Das Team Berufsausbildung hat den offenen Viersitzer aufwändig restauriert. Vom Schweller bis zum Verdeck versetzten sie das BMW 1600 GT Cabriolet zurück in seinen Ursprungszustand – nach allen Regeln der Handwerkskunst und der Ausbildungsordnung.

„Karosseriebauer und Fahrzeugbaumechaniker gehören zu den breitest angelegten Kfz-technischen Berufen, die es gibt“, sagt Manfred Zitzelsberger, Ausbilder im BMW Group Werk Dingolfing. „Die Tätigkeiten reichen von der Entwicklung von Versuchsfahrzeugen über den Bau von Versuchsteilen bis hin zum Serien- und Sonderfahrzeugbau wie zum Beispiel der Herstellung von Karosserien für Rolls-Royce Modelle.“ Zwar hat längst auch in diesen Bereichen der Automobilproduktion moderne Computertechnik Einzug gehalten, aber, so Zitzelsberger, „Handarbeit ist nach wie vor sehr gefragt“. Dies gilt nicht nur für die Fertigung neuer Fahrzeuge, sondern vor allem auch für die Arbeit an Klassikern. „Auch dieses Einsatzgebiet gehört ebenso wie das Restaurieren zum Beruf des Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikers“, so der Ausbilder.

Die Restaurierungsarbeiten am BMW 1600 GT Cabriolet zogen sich über mehrere Azubi-Generationen hin. Und stets hatte der Dingolfinger Nachwuchs schon im ersten Lehrjahr mit Blick auf den Klassiker nur eine Frage im Sinn, erinnert sich Zitzelsberger: „Wann dürfen wir da ran?“ Er freut sich darüber, dass auch für die junge, mit Smartphones und Laptops aufgewachsene Generation gerade die Kombination aus der Fertigung aktueller Serienmodelle und dem Umgang mit historischen Fahrzeugen noch immer einen großen Reiz hat.

Dominic Ofner arbeitet heute in der Versuchsabteilung der BMW M GmbH. Dort hat er es mit innovativster Motorsport-Technologie und weitaus schnelleren Serienmodellen zu tun. Das BMW 1600 GT Cabriolet wird er dennoch niemals vergessen. „Wenn wir freitags die Lehrwerkstatt geputzt haben und deswegen das Fahrzeug bewegen mussten, habe ich immer darauf geachtet, dass dem Schmuckstück bloß nichts passiert.“


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