20.06.2018, 12:15 Uhr

Eber hat das große Glück gezogen Luggi, die wahre Rampensau aus der Ramsau


Im Schweinsgalopp über die Alm: Seine riesigen Schlappohren retteten Eber Ludwig das Leben ...

RAMSAU B. BERCHTESGADEN. Als Florian Hackl vom Schmuckenlehen zum Namenstag ein Ferkel samt rotem Geschirr und Leine in die Hand gedrückt wurde, war er schon ziemlich überrascht: „Aber g’freit hab i mi scho narrisch, es war eine gelungene Überraschung“, sagt der 21-jährige Ramsauer. Dass sich seine Freundin vorab schon ganz scheinheilig nach einem möglichen Wiederaufbau des Schweinestalls erkundigt hatte, war ihm gar nicht weiter aufgefallen.

Denn schon vor zehn Jahren haben am Hof seiner Eltern, die eine kleine Landwirtschaft mit vier Kälbern, sechs Ziegen, fünf Hühnern, vier Katzen und Ferienwohnungen betreiben, Mastschweine gelebt. So war das Geschenk von Florians Freundin Elisabeth auch eigentlich dazu gedacht, später irgendwann mal zu gutem Speck verarbeitet zu werden. Dieser „Schlachtplan“ ist aber im doppelten Wortsinn vom Tisch.

Ludwig liebt romantische Sonnenuntergänge

Denn Eber Ludwig, ein wahres Glücksschwein, hat mit seinen ungewöhnlich riesigen Schlappohren nicht nur Elisabeth bei der Auswahl in der Ferkelaufzucht um den Finger gewickelt. Haken schlagend und im Schweinsgalopp dreht er beim inzwischen obligatorischen, abendlichen Spaziergang mit seinen Zweibeinern auf der Bergwiese ab.

„Das mit der Leine war eigentlich anfangs ein Gag“, erzählt Elisabeth. Jetzt ist Ludwig täglich etwa zwei Stunden beim „Gassigehen“ unterwegs, inklusive romantischem Sonnenuntergang bei der hauseigenen Holzhütte oder im Schlammbad in der eigenen Suhle im Wald. Und zwar nicht angeleint, schließlich folgt Ludwig mit den lustigen Dalmatinerflecken auf dem Hintern seinen Zweibeinern wie ein verspielter Welpe.

„Ludwig sorgt ständig für Lacher“, schmunzelt Florian Hackl. „Irgendwie ärgern wir uns immer gegenseitig – zum Beispiel, als ich den Hühnerstall neu aufgebaut habe, da hat der Lausbub wieder alles auseinandergenommen.“

Etwas Erziehung soll da schon sein, und da Ludwig neben eingeweichtem Brot, Milch und Käse besonders auf Erdbeeren und Kirschen steht, werden diese als Belohnung verwendet. „Bisher mit eher wechselhaftem Erfolg“, lacht der tierliebe Ramsauer über seine Rampensau, die nicht nur auf positive Resonanz bei den Nachbarn, sondern auch bei den Feriengästen stößt.

Für Überraschungen ist Ludwig also immer gut, und da das Schmuckenlehen ja direkt am Skilift liegt, vielleicht wird aus der Rampensau im Winter ja eine Pistensau. Wer weiß. Wenn ja, werden wir natürlich berichten ...


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