04.07.2018, 13:00 Uhr

Ein echter Tausendsassa Autor Christian Fischer fasst seine Heimatliebe zum Woid in Worte

Christian Fischer im heimischen Garten vor seinem Bücherfundus. „Ich schreibe alles außer Comedy“, sagt er von sich selber. Seine Texte sollen zum Nachdenken anregen. (Foto: Fisch)Christian Fischer im heimischen Garten vor seinem Bücherfundus. „Ich schreibe alles außer Comedy“, sagt er von sich selber. Seine Texte sollen zum Nachdenken anregen. (Foto: Fisch)

Märchen, Endzeitroman, Gedichte und Theaterstück aus dem Bayerwald.

BISCHOFSMAIS Christian Fischer aus Bischofsmais ist das, was man weithin als Tausendsassa bezeichnet. Von Beruf Bundespolizist und daher weit gereist, im Privaten ein bodenständiger, naturverbundener Mensch, der alte Werte und Traditionen schätzt und der dort lebt, wo seine Wurzeln sind. Ein Mensch, der alles anpackt und einmal ausprobiert haben möchte – vom Adrenalinschub beim Bungeespringen bis hin zur stillen Einkehr bei einer Pilgerreise. Zu seinen Hobbys zählen die Gartenarbeit, die Musik, das Fotografieren und das Schreiben. Letzteres macht der 50-Jährige mit vollster Passion. Seit 2003 schreibt er Bücher und vieles mehr. Eines trägt er dabei immer im Herzen und das ist seine Heimat: „Der Woid“! Den stellt er immer in den Mittelpunkt seines literarischen Schaffens.

Die Leidenschaft für Worte wurde bei Christian Fischer schon in der Kindheit geweckt. „Deutsch war immer mein Lieblingsfach“, so der Bischofsmaiser. Und wenn es mal Probleme gab, die ihn als Jugendlichen beschäftigten, dann schrieb er sich diese einfach von der Seele. Kein Wunder also, dass er 2003 – nach der Trennung von seiner Frau – beschloss, sein eigenes Buch herauszubringen. Genauer gesagt ein Märchen, „Die Fee vom Falkenstein“. 2007 folgte mit „Korbinian der Königsbaum“ Teil zwei der Geschichte. Gewidmet waren die Bücher seinen beiden Töchtern. Doch nicht nur die beiden Mädchen hatten ihre wahre Freude daran. Auch über 5000 Schüler durften bei ehrenamtlichen Vorlesungen des Bundespolizisten in die fantastische Märchenwelt eintauchen.

Aber wen wundert es: Christian Fischer wollte nicht der Märchenonkel aus dem Bayerischen Wald sein, er wollte sich nicht in eine Schublade stecken lassen, er wollte etwas anderes ausprobieren. Und so packte er ein neues Projekt an. Mit „Das zweite Paradies“ wechselte er das Genre und brachte einen Endzeitroman heraus, der schon viele Leser gefesselt hat. Doch auch wenn dieser Roman das Buch ist, in dem das meiste Herzblut von Christian Fischer steckt, so hat sich der Autor auch nach diesem Werk wieder neu erfunden.

Auch auf der Bühne fühlt er sich wohl

Unter dem Pseudonym „Der letzte Waidla“ hat der 50-Jährige fünf verschiedene Bände herausgegeben, in denen er Kurzgeschichten und Gedichte zum Besten gibt: „Woidrauschn“, „Woidwinter“, „Woidherz“, „Woidgedanken“ und Woidweihnacht“ entführen den Leser in die Welt der Prosa und Lyrik.

Mittlerweile gibt es Christian Fischer nicht mehr nur zum Lesen. Der Autor wechselt immer öfter die Seite und steht auch auf der Bühne: als Moderator, Redner oder mit seinem ersten eigenen Bühnenprogramm „Woidrauschn“, das Ende 2017 Premiere feierte. Und bei der Mundartveranstaltung „Schowewetzn“ in Regen hat Christian Fischer letzes Jahr ebenfalls kräftig mitgemischt.

Auch wenn sein literarisches Schaffen unterschiedlicher nicht sein könnte, eines fällt sofort auf: Die Liebe zur Heimat steckt in jedem seiner Werke. „Da ich beruflich oft im Ausland war, sind viele meiner Werke auch dort entstanden. Ich konnte dort immer gut schreiben, weil ich Heimweh hatte und mich durch das Schreiben in meine Heimat zurückversetzen konnte“, erinnert sich der Bundespolizist, der in Jordanien, Kuwait City, Prag und Rom im Auslandseinsatz war.

Die Anregungen für seine Texte holt sich der 50-Jährige aus dem Leben und aus der Natur. „Der Bayerwald dient mir als Kulisse und die Seele des Waidlers ist es, die ich mit all ihren Facetten aufzeigen möchte“, so der Heimatliterat. Es ist wohl kein Zufall, dass das neueste Projekt, an dem Christian Fischer gerade arbeitet, „Boanig – Wie der Waidla wirklich ist“ heißt. Bis Herbst soll das Bühnenstück fertig sein und danach mit namhaften Darstellern der Region aufgeführt werden. Auch wenn der Autor noch nicht zu viel verraten möchte, eines deutet er jetzt schon an: „Die Leute werden überrascht sein!“ Eigentlich kein Wunder, denn nichts anderes würde man von dem Tausendsassa erwarten!


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