26.06.2018, 18:47 Uhr

Winzig Alexander Hertel baut das wohl kleinste Haus im Landkreis


Am kommenden Freitag zieht das Haus von Zwiesel nach Lindberg.

ZWIESEL/LINDBERG Viel braucht Alexander Hertel nicht, um glücklich zu sein. „Minimalismus ist für mich das Geilste auf der Welt“, sagt der junge Mann. Und so setzte er auch seinen Traum von den eigenen vier Wänden ganz klein um. Mit nur 22 Quadratmetern Wohnfläche besitzt der 22-Jährige nun das wohl kleinste Haus im Landkreis Regen. Ein sogenanntes Tiny House und am kommenden Freitag wird es endlich in Lindberg aufgestellt.

7,80 Meter lang, 2,55 Meter breit und vier Meter hoch – was sich auf den ersten Blick für ein Haus mini anhört, entpuppt sich als wahres Raumwunder. Denn ganze sechs Räume, darunter Flur, Küche, Bad, Wohnzimmer, Schlafloft und Keller, hat der junge Bauherr durch geschickte Aufteilung in seinem Reich untergebracht. Und nach rund neun Wochen Bauzeit kann er am kommenden Wochenende endlich einziehen. „Es ist schon ein tolles Gefühl und ich bin total stolz, dass ich in diesem Alter mein Haus komplett selbst gebaut habe“, sagt Alexander Hertel.

„Ein geiles Gefühl“

Von der Planung bis zur Umsetzung hat der Physiotherapeut alles selber gemacht. „Mein Motto ist einfach machen“, so der 22-Jährige und so gab es während des Hausbaus viele Premieren für ihn. „Ich bin zum Beispiel noch nie Bagger gefahren, aber um das Fundament zu machen, hab ich es halt ausprobiert und es hat geklappt!“ Wie so vieles, denn nun steht das Tiny House fast fertigt da. Nur beim Innenausbau ist noch einiges zu erledigen: Die Wände müssen noch einmal gestrichen werden, die Bodenbretter müssen noch abgeschliffen und geölt werden. In der Küche soll noch eine Kunststoffabdeckung hin und eine Treppe, um bequem von der Küche ins Wohnzimmer zu gelangen, fehlt auch noch. Doch das sind nur ein paar Kleinigkeiten, die beim Einzug ins Haus nicht stören.

Gebaut wurde das Tiny-House in Holständerbauweise mit Jutedämmung. Auch die Fenster und Türen sind aus Holz, denn Alexander Hertel ist sehr wichtig, dass sein Haus ökologisch und nachhaltig ist. In Sachen Strom und Heizung setzt er deshalb auf grüne Energie. Eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher sorgt für den Saft aus den Steckdosen und ein Pelletofen für wohlige Wärme im Winter. Das Wasser kommt wie bei einem ganz normalen Haus auch über den gemeindlichen Wasseranschluss.

Rund 40000 Euro kostet Alexanders Traumhaus. Keine Peanuts für einen jungen Mann: „Aber ich zahle lieber für mein Eigenheim als für eine Mietwohnung.“

Auch wenn beim Bau bis auf ein paar wenige Dinge alles glattgegangen ist, gab es doch eine Schrecksekunde für Alexander Hertel. Die Gemeinde Lindberg wollte das Minihaus nicht genehmigen und hat es im Gemeinderat sogar abgelehnt. Dabei hatte der 22-Jährige schon mit dem Bau begonnen. Doch er konnte durchatmen. Das Landratsamt Regen gab grünes Licht!

Für das Tiny House ist keine Baugenehmigung erforderlich, weil es keinen Brutto-Rauminhalt von 75 Kubikmeter hat. Alexander Hertel darf sein Haus auf Rädern am gewünschten Grundstück in Lindberg aufstellen.


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