22.02.2018, 09:41 Uhr

Mr. Bodenmais Dr. Ulrich Lenz verbrachte 200 Mal seinen Urlaub in Bodenmais


Dr. Ulrich Lenz aus dem hessischen Linden kennt Bodenmais besser als viele Bodenmaiser. Das hat einen guten Grund: Der 73-Jährige verbrachte bereits unfassbare 200 Urlaube unterm Silberberg. Wie es dazu gekommen ist – und warum er immer wieder kommt, lesen Sie hier.

BODENMAIS Er hat vier Bodenmaiser Bürgermeister miterlebt, kennt nahezu jeden Winkel des Ortes und weiß wohl besser über die Bodenmaiser Politbühne Bescheid als so mancher Einheimischer. Die Rede ist von Dr. Uli Lenz, seines Zeichens Ehrenbürgermeister der mittelhessischen Stadt Linden. Nun hat der 73-Jährige seinen 200. Urlaub in Bodenmais gefeiert. Ein einsamer Rekord, dem ihm wohl so schnell keiner nachmachen wird.

Dabei wusste Uli Lenz lange Zeit nicht einmal, dass der Ferienort Nr. 1 im Bayerischen Wald überhaupt existiert. „Ich kannte Bodenmais nicht, wusste nichts von dem Ort. Dann habe ich durch einen Bekannten erfahren, dass das hier ein richtiges Schneeloch sein soll“, erzählt der heute 73-Jährige. Als leidenschaftlicher Skilangläufer wurde er natürlich hellhörig – und neugierig. 1977, da war er 33, brach Uli Lenz schließlich zum ersten Mal auf in den Bayerwald nach Bodenmais. Zu dieser Zeit konnte er noch nicht ahnen, dass ihn dieser Ort in seinen Bann ziehen und nie wieder loslassen wird. „Ich stieg im damaligen Steigenberger Hotel ab“, erinnert sich der promovierte Diplom-Landwirt.

Der Mittelhesse war von Anfang an von Bodenmais begeistert. Heute sagt er lobend: „Bodenmais ist einfach attraktiv für Sportbegeisterte und für Wellnessfreunde. Den Hotels und dem gesamten Ort ist es wirklich gelungen, die Umstellung zu schaffen und mit der Zeit zu gehen.“

„Beim Bergknappenhof stimmt alles“

In den Anfangsjahren seiner Bodenmais-Aufenthalte hat der junggebliebene und lebenslustige Mann, dem man sein Alter wahrlich nicht ansieht, so einige Hotels ausprobiert. Hängen geblieben aber ist er im Bergknappenhof. „Bei der Familie Schweikl geht’s einfach familiär und herzlich zu, das ist mir sehr wichtig. Beim Bergknappenhof stimmt alles – und wenn etwas nicht passt, wird’s passend gemacht“, erklärt Uli Lenz mit einem Lächeln. „Es sind in Bodenmais und vor allem im Bergknappenhof sogar so einige Lindner Haushalte entstanden“, verrät der ehemalige Bürgermeister.

Heute verbindet ihn eine „sehr innige Beziehung“ mit dem Hotel und dem gesamten Ort. Das dürfte vor allem an den vielen Erlebnissen liegen, die der CDU-Politiker unterm Silberberg erlebt hat. Und den vielen Freundschaften, die daraus entstanden sind. Uli Lenz ist kein Mann von Traurigkeit, er versprüht auch mit 73 noch pure Lebensfreude. Wenn er von den alten Zeiten schwärmt, huscht ihm immer wieder ein Lächeln über sein Gesicht.

Da ist zum Beispiel die Geschichte von der Entdeckung des Weißbierglases in seiner mittelhessischen Heimatstadt Linden. Eine Delegation aus Bodenmais hatte diese zur feierlichen Einweihung des neuen Lindner Rathauses mitgebracht. „Ich behaupte, wir waren die erste mittelhessische Kommune, die im August 1986 Weißbiergläser kennenlernen konnte.“ Da kein Weißbier zur Verfügung stand, behalfen sich die Lindner entgegen den bayerischen Gepflogenheiten mit oberhessischem Pils. „Ach, wenn es nur ein Stilbruch gewesen wäre… Doch die Gläser hatten ein typisch bayrisches Fassungsvermögen – 0,5 Liter –, die Temperaturen waren hoch, der Durst entsprechend groß“, erinnert sich der damalige Rathauschef. Wie die Einweihung des Rathauses endete, kann sich wohl jeder denken. Es gab so einige Ausfälle. Immerhin: Seither ist Weißbier das Lieblingsgetränk des Ehrenbürgermeisters.

Und einmal linkte er seinen Lieblings-Gastgeber, den Bergknappenhof-Chef Matthias Schweikl. Uli Lenz wollte, dass der Hotelier zu seinem 60. Geburtstag kocht. „Da ich dachte, es wäre eine Feier im kleinen Rahmen, willigte ich natürlich freudig ein“, erinnert sich Matthias Schweikl. Doch da hatte er nicht die Rechnung mit dem Ehrenbürgermeister gemacht. „Es stellte sich heraus, dass der liebe Uli eine Riesenfeier auf die Beine gestellt hatte. Mir blieb dann nichts anderes übrig, als die ganze Küchenmannschaft nach Linden mitzunehmen“, erinnert sich der Hotelier schmunzelnd. „Da hat er geschaut“, kommentiert Uli Lenz mit einem Zwinkern und fügt an: „Insgesamt waren fünf gestandene Gastwirte und Hotelchefs in Begleitung eines Jungkochs angereist. Das war auch eine tolle Werbeveranstaltung, viele reden heute noch davon und kommen seitdem nach Bodenmais.“ 

Ein verlorener Schlüssel und eine Nacht im Schwimmbad

Der Mittelhesse, der am liebsten die Faschingszeit in Bodenmais verbringt, hätte noch so einige Geschichten auf Lager: Etwa die, bei der er Waldesruh und Waldeck verwechselte und bei der Anreise im falschen Hotel stand. Oder die, als er seinen Zimmerschlüssel verlor und verkatert auf einer Liege im Hotel-Schwimmbad schlafen musste. Oder die, als er mit dem Feuerwehrauto nach Bodenmais kam. Oder die, als er meinte, Josef Kagerbauer heiße mit Nachnahmen tatsächlich Joska. Die Liste ließe sich noch lange fortführen…

Wie sehr auch das Herz seiner zweiten Frau an Bodenmais hängt, zeigt die Hochzeits-Location bei der Trauung mit seiner Karin. Denn sie war es, die den Ort und den Standesbeamten für diesen ganz besonderen Tag auswählte. Die beiden heirateten 2014 - wie soll es anders sein im Bergwerk im Silberberg. Und Joli Haller war der Standesbeamte. „Er hat auch gesungen und musiziert, da haben die Wände im Stollen gezittert“, erinnert sich Karin Lenz mit einem Schmunzeln, „und so manchem ,starkem Buam‘ rollte die eine oder andere Träne der Rührung die Wange hinunter“.

„Solche Gäste wie Sie kann man sich nur wünschen“

Für Bürgermeister Joli Haller ist Uli Lenz nicht nur ein Urlauber, sondern auch eine „Werbe-Maschine“: „Lieber Uli, du bist nicht nur der treueste Gast von Bodenmais, du hast auch sehr viele treue Gäste nach Bodenmais gebracht“, lobt der Bodenmaiser Rathauschef seinen Politiker-Kollegen bei der Ehrung im Hotel Bergknappenhof. Und BTM-Chef Bernhard Mosandl ergänzt: „Solche Gäste wie Sie kann man sich nur wünschen.“

Bei den 200 Urlauben wird es bei Uli und Karin Lenz gewiss nicht bleiben. Dafür hängen beider Herzen zu sehr an Bodenmais – und an den Menschen im Ort.


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