24.01.2018, 09:11 Uhr

Da „Stenz“ Bärtige Geschäftsidee aus dem Bayerischen Wald


Als „Stenz“ vertreibt Flo Ehrnböck Bartpflegeprodukte

KIRCHBERG IM WALD Der 34-jährige Flo Ehrnböck aus Hintberg bei Kirchberg im Wald ist Bartträger und das bereits seit zehn Jahren. Also noch vor der Zeit, als der Bart bei Männern wieder so richtig in Mode kam. Heute ist der Bart wieder voll angesagt. Vom Schnauzer über den Dreitagebart bis hin zum Vollbart reichen die Trends in dieser Richtung. Doch so ein Bart muss gepflegt werden. Das dachte sich auch Flo Ehrnböck und probierte die unterschiedlichen Produkte aus. Doch das Fazit war immer ermüdend. „Ich war oft unzufrieden mit der Qualität“, sagt der 34-Jährige. Und da kam dem gelernten Schreiner die Idee, selbst Bartpflegeprodukte herzustellen. Vor zwei Jahren hat er seinen Beruf als Schreiner an den Nagel gehängt und sich mit seiner Firma „Stenz“ selbstständig gemacht. Mittlerweile vertreibt der findige Bayerwalder seine Produkte quer durch Europa.

Dabei hat alles ganz klein in einer Münchner Wohnung seinen Anfang genommen. „Ich war dort über fünf Jahre bei einer großen Designagentur tätig. Somit hatte ich Zugang zu Ressourcen, was Design und Umsetzung betrifft“, erzählt Flo Ehrnböck. In den eigenen vier Wänden mischte er schließlich seine ersten Produkte zusammen und feilte an den Düften. Ganz klar, dass es eine Weile gedauert hat, bis Duft, Qualität und Konsistenz für den Kirchberger perfekt waren. Doch als die ersten Produkte zum Testen fertig waren, kam immer die Frage zurück: „Warum verkaufst du das nicht? Das Zeug ist gut!“

Und weil Flo Ehrnböck schon immer für verrückte Ideen und kreative Einfälle bekannt ist, hat er sich gedacht: „Warum nicht.“

Nachdem sich der 34-Jährige schlaugemacht hat, was er für die Selbstständigkeit in diesem Bereich alles beachten muss, welche Zertifikate und Analysen er braucht, hat er alles auf eine Karte gesetzt: „Ich habe mein ganzes Geld investiert und hoch gepokert!“

„Ich habe hoch gepokert“

Doch es hat sich gelohnt. Was von manchen als Schnapsidee abgestempelt wurde, hat sich zu einer bartigen Geschäftsidee entwickelt. Mittlerweile vertreibt der „Stenz“ seine Produkte zum Beispiel in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, Holland, Luxemburg oder auch in Frankreich. Über 60 Barbershops und Friseure in ganz Deutschland gehören zu seinem Kundenstamm.

Flo Ehrnböck selbst hat nie an seiner Entscheidung gezweifelt. „Meine Produkte waren für mich perfekt. Ich habe sehr hohe Ansprüche und bin Perfektionist. Also war ich mir sicher, dass es funktioniert. Ich war mir nur nicht sicher, wie schnell ich mich auf dem Markt etablieren kann. Es ging schneller als erwartet.“ Deshalb hat der Kirchberger seinen alten Job auch an den Nagel gehängt und arbeitet jetzt nur noch als „Stenz“. Bis jetzt hat der Unternehmer keine Mitarbeiter. Nur seine Frau unterstützt ihn in allen Bereichen.

Während Flo Ehrnböck mit einem Bartöl und Bartbalsam vor zwei Jahren an den Start ging, umfasst das Sortiment mittlerweile neun Produkte: vom Öl über dem Balm bis hin zur Seife. Darüber hinaus bietet er auch Bürsten, ein T-Shirt und eine Kaffeetasse an.

Natürlich drehen sich auch die Zukunftspläne des 34-Jährigen um den „Stenz“: „Es wird noch mehrere Produkte geben und ich werde meinen Shop auch so umstrukturieren, dass jeder Mann bei mir etwas findet, was ihm gefällt. Nicht nur die Bärtigen.“


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