27.12.2017, 20:30 Uhr

Boom Virtuelle Friedhöfe in Hongkong

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Hongkong ist eine 7-Millionen-Metropole, die gänzlich überfüllt ist. Da bleibt auch kein Platz für die kleinste Urne. Daher boomen dort derzeit virtuelle Friedhöfe.

HONGKONG Mit sieben Millionen Einwohnern hat Hongkong kaum Platz für die Lebenden, ganz geschweige für die Toten. Jährlich sterben nach Angaben der Berliner Morgenpost dort in etwa 40.000 Menschen. 

Und obwohl sich die Mehrheit einäschern lässt, gibt es nicht einmal Platz für die kleinste Urne. Denn die Stadt kann nur 10.000 Urnenplätze pro Jahr zur Verfügung stellen. Konsequenz: eine Wartezeit von bis zu sechs Jahren.

Viele weichen daher auf weit entlegene Städte als Grabstätte aus, wohin man nur mit dem Zug oder Auto kommt. Um den Menschen weite Fahrten zu ersparen, entstehen immer mehr Online-Plattformen, die einen virtuellen Friedhof anbieten. 

Dort können die Hinterbliebenen eine Gedenkseite für die Verstorbenen errichten und ihre Trauer im Internet bezeugen. Selbst digitale Kerzen, Blumen und Gräber gibt es zu kaufen. 

Und es soll sogar noch weiter gehen: „Augmented reality“ nennt sich die Technik, die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Mithilfe einer entsprechenden Brille wird der Grabstein dreidimensional dargestellt. Der Nutzer hat das Gefühl, als würde er unmittelbar davorstehen.


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