29.11.2017, 11:48 Uhr

Die etwas andere Kolumne von Mike Schmitzer Wie nenne ich das Kind?

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Den richtigen Namen für seinen Sprössling zu finden, ist nicht einfach

Kinder zu produzieren macht ja noch Spaß, aber hat man sie erst mal da, fangen die Problemchen schon beim Namen an.

Die kluge werdende Mutter stöbert deshalb schon während der Schwangerschaft in Namensbüchlein und Internetforen, denn für das Töchterchen und das Söhnchen muss es natürlich etwas ganz Besonderes sein.

Leider blieb vor einigen Jahren der Zeigefinger allzu oft bei „K“ wie „Keffin“ oder „J“ wie „Schackeline“ hängen. Ganz aktuell führen glücklicherweise Vornamen wie Ben, Luis, Paul und Lukas bei den Buben und Emma, Mia, Hanna und Sofia bei den Mädchen die Charts an.

Auch wir standen einst vor der Frage, mit welchen Namen unsere Sprösslinge durchs Leben schreiten sollen.

Für unser Töchterlein brauchten wir weder ein Namensbüchlein noch das Internet.

Meine total verrückte Welt - die besten Kolumnen von Mike Schmitzer (Foto: Gietl Verlag)

Da gab es diesen Film, den meine Frau und ich uns frisch verliebt angesehen haben. Er trug den Titel „Nina´s Alibi“. Wenn man es genau nimmt, haben wir den Film eigentlich nur etwa bis zur Hälfte angesehen und neun Monate später kam unsere Nina zur Welt (meine Frau bringt mich wahrscheinlich um, wenn sie das liest).

„Nina“ hatte in unseren Augen den Vorteil, dass der Name zu kurz ist, um einen Spitznamen daraus basteln zu können. Ich selbst kam aber dann auf die glorreiche Idee, meine Tochter „Ninchen“ zu rufen ...

Doch zurück zu der Frage, wie unser Filius heißen sollte. Für mich stand fest, dass es ein Florian werden muss. Als ich ihn das erste Mal im Arm hielt, fand ich zwar, dass er eher aussah wie ein „kleiner Scheißer“ und so habe ich ihn inoffiziell auch gerne genannt, aber das konnte natürlich kein Dauerzustand bleiben. Immerhin musste der „kleine Scheißer“ irgendwann mal in den Kindergarten.

Meine Gattin hatte sich, nach einer kurzen Schwärmerei für Sven und Bastian, förmlich an „Niko“ festgebissen. Meine erste Reaktion auf „Niko“ war: „So würde ich meinen Hund nennen, aber nicht meinen Sohn.“

Es gibt tatsächlich diese unglaublichen Zufälle im Leben: Einige Tage später gingen meine Frau und ich spazieren und ein entgegenkommender älterer Herr rief nach seinem Hund ...

Nach diesem Erlebnis bekam der in Marmor geschlagene „Niko“ Risse und begann durch mein ständiges Hinklopfen zu bröckeln. Meine Frau hasste zwar den Gedanken, dass ich wieder einmal Recht bekommen sollte, stimmte aber schließlich einem „Florian“ zu.

Nein, das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Als nämlich der „kleine Scheißer“ auf der Welt war, marschierte sie wegen der Namensgebung im Krankenhaus alleine zum Sekretariat. Ich sehe meine Frau noch heute triumphierend ins Krankenzimmer zurückkommen und ein hellblaues Namensschildchen schwenken: „Ach übrigens, unser Sohn heißt Fabian.“

Im Nachhinein sollte sich das als gute Entscheidung erweisen, denn als wir später unser Haus bezogen, stelle sich heraus, dass die Nachbarskinder „Nina“ und „Florian“ heißen, was für reichlich Verwirrung gesorgt hätte. Das arme Nachbarsmädel wird immer noch „kleine Nina“ genannt, denn irgendwie musste man sie ja beim Rufen unterscheiden ... Mike Schmitzer


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