07.10.2019, 19:36 Uhr

Kursreihe setzt Erfolgsgeschichte fort „Stark durch Erziehung“ – sechs Vorträge stärken Erziehungskompetenz

Die Mitglieder der Projektgruppe „Stark durch Erziehung“ freuen sich auf die neue Kursreihe. (Foto: Klaudia Niedermeier, LRA SAD)Die Mitglieder der Projektgruppe „Stark durch Erziehung“ freuen sich auf die neue Kursreihe. (Foto: Klaudia Niedermeier, LRA SAD)

Am Donnerstag, 24. Oktober, starten wieder sechs interessante Abende in verschiedenen Landkreiskommunen unter dem bewährten Motto „Stark durch Erziehung“. Bis zu 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten einzelne Veranstaltungen der vergangenen Kursreihe, was beweist, dass rund um die Erziehung weiterhin großer Bedarf an Information und Austausch besteht. Ziel der Veranstaltungsreihe, die in ihre 15. Runde startet, ist es, Orientierung zu geben und zu zeigen, dass Erziehung zwar keine leichte, doch dafür durchaus lohnende Aufgabe sein kann.

LANDKREIS SCHWANDORF Alle Angebote, zu denen keine Anmeldung erforderlich ist, sind kostenlos. Sie richten sich an interessierte Eltern, Erzieherinnen, Lehrkräfte aller Schularten und Fachkräfte in der Kinder-und Jugendarbeit. „Stark durch Erziehung“ ist ein Projekt des Lokales Bündnisses für Familie im Landkreis Schwandorf: ein Netzwerk von Behörden, Beratungsstellen, Familienverbänden, Unternehmen, Kammern – einfach allen, die für und mit Familien arbeiten und sich für familienfreundliche Projekte, Aktionen und Aspekte interessieren.

Die Reihe startet mit dem Kurs „Spielst du mit mir?, der kritisch beleuchtet, warum Spielen für Kinder so wichtig ist. Spielen ist ein Grundbedürfnis von Kindern, sie entfalten im Spiel ihre seelischen, geistigen und körperlichen Möglichkeiten. Spielen dient dabei nicht dem Zeitvertreib, es hat ein Ziel – die Welt entdecken, mit viel Spaß und Neugier. Manche Eltern stellen aber auch fest, dass ihr Kind vermeintlich nicht spielen mag, nicht bei der Sache bleibt oder den ganzen Tag beschäftigt werden will. Im Vortrag erfahren Interessierte, welche Bedeutung Spielen im Leben eines Kindes hat und wie sich das kindliche Spiel über die verschiedenen Altersstufen entwickelt und unterscheidet. Sie erhalten Anregungen, was Kinder von null bis sechs Jahren brauchen, um gut spielen zu können, und wie Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können.Referentin ist Diplom-Psychologin Sabine Fuchtler. Der Vortrag findet am Donnerstag, 24. Oktober, um 19 Uhr in der VHS Schwandorf, Kirchengasse 1, statt.

Unter dem Motto „Medienbildung von Anfang an“ erhalten Eltern von Kindern im Krippen- und Kindergartenalter beim zweiten Vortrag Anregungen zum Thema. Denn in einer von Medien geprägten Welt kommen schon die Jüngsten ganz selbstverständlich mit unterschiedlichen Medienangeboten in Kontakt – sei es direkt durch Bücher, Fernsehen oder Spiele auf Laptop und Handy oder indirekt durch die Mediennutzung ihrer Bezugspersonen. Kinder zu orientieren und ihnen einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie sich kreativ ausprobieren können, ist wichtig. Der Vortrag greift die Bedeutung früher Medienbildung auf und diskutiert verschiedene Möglichkeiten, Kinder bei einem bewussten, sinnvollen, selbstbestimmen und auch kritischen Umgang mit Medien zu unterstützen und zu begleiten. Eva Opitz ist Wissenschaftliche Referentin beim Zentrum für Medienkompetenz in der Frühpädagogik in Amberg und hält ihren Vortrag am Montag, 4. November, um 19 Uhr im Pfarrsaal Pfreimd, Freyung 33.

Nur in einem geeigneten Boden kann sich eine Pflanze festen Halt verschaffen, nur aus einer geeigneten Umgebung kann sie wichtige Nährstoffe für ihr Wachstum ziehen. Ausgehend von diesem Bild werden im Vortrag „Kinder brauchen Wurzeln“ Umstände beschrieben, die den Kindern guttun, ihnen „Wurzelbildung“ und damit Wachstum ermöglichen. Nicht nur Eltern, sondern alle verantwortlichen Erwachsenen in der Umgebung eines Kindes müssen sich um diese geeigneten Umstände bemühen. Zur „Wurzelbildung“ sind gute Kommunikation, ein erkennbares Wertesystem, Rituale und Bräuche sowie verlässliche Zuwendung und Betreuung nötig. Der Referent, Bernhard Suttner, wird aber auch Einflüsse nennen, die den Boden vergiften und die Wurzelbildung hemmen. Diese negativen Faktoren auszuschalten gehört zu den wichtigen Verpflichtungen der Eltern und Erziehenden. Der Vortrag beginnt ebenfalls um 19 Uhr am Donnerstag, 14. November, im Katholischen Pfarrheim Nittenau, Kirchplatz 4.

„Erziehung zwischen Freiheit und Gängeln. Wie können sich Eltern und Kinder gemeinsam gut fühlen und wie kann kindliche Entwicklung gelingen?“ lautet der Titel eines weiteren Vortrags der Reihe. In unserer modernen Gesellschaft entwickeln sich Kinder schnell und lernen bereits früh unglaublich viel. Bereits die ersten sechs Lebensjahre sind so eine aufregende und spannende Zeit für Eltern und Kind. Jedes Kind baut einzigartige Bindungen zu seinen Eltern auf und entwickelt bei unterstützenden Erfahrungen in der Beziehung Sicherheit und Urvertrauen. Es will und soll dann vieles selber machen dürfen und eigenständig die Welt erkunden. Es benötigt aber in der Beziehung zu den Eltern auch die Erfahrung von Halt und Regeln, damit es soziale Kompetenz entwickeln kann. Im Vortrag soll ein Einblick in die Entwicklung von Bindungen, in die wesentlichen Prozesse und Bedürfnisse von kleinen Kindern gegeben und im Gespräch erörtert werden, worauf es ankommt, damit sich Eltern und Kinder gemeinsam wohl fühlen und das Kind sich gut entwickeln kann. Der Referent, Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, ist Diplom-Psychologe, Familientherapeut und Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche/Eltern der KJF Regensburg. Er hält im Bürgertreff Burglengenfeld, Europaplatz 1, seinen Vortrag am Dienstag, 21. Januar 2020, um 19 Uhr.

„Freiheit in Grenzen“: Zu diesem Vortrag mit Film und Diskussion lädt der Landkreis Schwandorf am Donnerstag, 6. Februar 2020, um 19 Uhr ein. Was ist gute Erziehung? Die Antworten auf diese Frage fallen in der Regel sehr unterschiedlich aus. Das Konzept „Freiheit in Grenzen“ beschreibt hierzu drei Merkmale: Elterliche Wertschätzung, Fordern und Grenzsetzung und Gewährung von Eigenständigkeit. Der Abend soll die Teilnehmer unterstützen, eigene Erziehungsstrategien zu überdenken und Anregungen für konkretes Erziehungsverhalten zu erhalten. Beim Vortrag werden konkrete Erziehungssituationen an Hand von Videobeispielen vorgestellt. Der Vortrag richtet sich an Eltern mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren. Referent ist Franz Klarner, Diplom-Psychologe und Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Schwandorf. Der Vortrag findet im Mehrgenerationenhaus Oberviechtach, Am Sandradl 20, statt.

Der letzte Vortrag nimmt sich dem Thema „Pubertät – zwischen Loslassen und Halt geben“, an. Während der Pubertät nehmen Heranwachsende Abschied von gestern, sie verlassen allmählich ein gewohntes Zuhause und vertraute Strukturen – und zugleich haben sie noch keine neuen Sicherheiten, keine Regeln und Rituale, die ihnen Verlässlichkeit bieten. Pubertierende sind deshalb häufig orientierungslos. Bei der Suche nach Halt schlagen sie nicht selten um sich. In dieser Phase haben Eltern so viele Fragen: Wie kann es gelingen, im Gespräch zu bleiben, auch wenn sich das Kind zurückzieht und sich die Kommunikation als schwierig erweist? Wie kann man loslassen und doch Halt geben? So stellt die Pubertät eine spannende Phase in der Eltern-Kind-Beziehung dar – voller Dramatik, voller kleinerer und größerer Konflikte, deren Sinn und Tiefe manchmal erst im Nachhinein geschätzt wird. Anita Gradl, Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin, hält ihren Vortrag am Mittwoch, 11. März 2020, um 19 Uhr, im Mehrgenerationenhaus Wackersdorf, Hauptstraße 15.


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