06.12.2017, 21:03 Uhr

Schulprojekt Kultusministerium und Stadt Amberg fördern den Einstieg in die „Modellschule Wirtschaft 4.0“

Rainer Graf (Elektroabteilung), Martin Wurdack (Schulleiter BSZ Amberg) mit „The Ear“, Michael Kaulbach (Metallabteilung). (Foto: Berufsschulzentrum Amberg)Rainer Graf (Elektroabteilung), Martin Wurdack (Schulleiter BSZ Amberg) mit „The Ear“, Michael Kaulbach (Metallabteilung). (Foto: Berufsschulzentrum Amberg)

Der Begriff „Industrie 4.0“ steht für die sogenannte vierte industrielle Revolution, die eine intelligente und flexible, an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden ausgerichtete Produktion zum Inhalt hat.

AMBERG Die Grundlage dafür bilden digitale Systeme, die untereinander, aber auch mit Menschen vernetzt sind und kommunizieren können. In Amberg hat sich die Firma Siemens auf diesem Gebiet bereits einen Namen gemacht. Nun wird auch das Berufliche Schulzentrum zu einer „Modellschule Wirtschaft 4.0“, um den mehr als 3.000 Schülern am Hochschul- und Industriestandort Amberg vernetzte Produktionsstätten anbieten zu können.

Projekt mit starken Partnern

Unterstützung erhält sie dabei durch das Förderprogramm „Industrie 4.0“ des Bayerischen Kultusministeriums, um das sich die Einrichtung mit einem ausgefeilten Konzept beworben und den Zuschlag erhalten hat. „Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass der Antrag des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Amberg bewilligt und die Berufsschule in der Förderprogramm ‚Industrie 4.0‘ aufgenommen wurde“, heißt es in dem Schreiben, das Oberbürgermeister Michael Cerny von Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle erreichte.

Wie der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Martin Wurdack sowie das verantwortliche Organisationsteam unter der Leitung der Lehrkräfte Rainer Graf (Mechatronik) und Michael Kaulbach (Metalltechnik) war auch der Amberger OB begeistert von dieser Nachricht, die für die Einrichtung einen wichtigen Schritt in ihrer technologischen Weiterentwicklung bedeutet. Zusammen mit ihr hat nur noch Cham als zweite Schule der Oberpfalz den Zuschlag für die Teilnahme an dem Projekt erhalten. Dieses wird vom Bayerischen Kultusministerium mit 50 Prozent der Gesamtsumme in Höhe von 225.000 Euro gefördert.

Modellschule Wirtschaft 4.0

Der Zweckverband der Berufsschulen Amberg-Sulzbach trägt die andere Hälfte der Kosten für diese Maßnahme, mit der das Berufliche Schulzentrum eine eigene „Smart Factory“ aufbauen will. Dazu arbeitet die Einrichtung im Rahmen eines „beruflichen Bildungscampus“ mit weiteren Schulen wie der städtischen Wirtschaftsschule, der Berufsober- und der Technikerschule sowie mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule intensiv zusammen – und bei Letzterer nicht nur mit den Amberger Studienzweigen Elektrotechnik und Maschinenbau.

„Es ist ebenso geplant, in Zusammenarbeit mit der betriebswirtschaftlichen Fakultät ein Marketingkonzept erstellen zu lassen“, berichtet Michael Kaulbach, der die Bewerbung für die Fördermaßnahme vorbereitet hat und das Projekt auch in Zukunft begleitet. „Dabei ist es durchaus unser Ziel, in die weitere Produktion einzusteigen, wenn unser System steht und Vermarktung und Verkauf die gewünschten Erfolge bringen“, betont der Oberstudienrat. Ideen dazu, mit welchen Produkten und auf welche Weise dies geschehen könne, sei bereits eine Vielzahl vorhanden.

Umstellung der Ausbildung

Doch bevor es soweit ist, gelte es zunächst einmal eine eigene Fertigungsstraße inklusive eines automatischen Transportrobotersystems zu errichten. Ein wichtiger Baustein zu Beginn ist das bereits in der Vergangenheit entwickelte Electro-Acoustic-Radiometer-System „The Ear“, mit dessen Hilfe die Lautstärke in einem Raum gemessen werden kann und das bereits in mehreren Amberger Kindergärten und Grundschulen eingesetzt wird. Ziel ist es, dieses gezielt den Kundenwünschen anzupassen und weiter zu vertreiben sowie weitere Produkte zu entwickeln. „Das kann freilich nur gemeinsam mit starken Partnern gelingen, wobei wir unter anderem auf Siemens, SAP und Festo zählen können“, betont Michael Kaulbach.

Außerdem werde es dazu notwendig sein, die Ausbildung umzustellen und ein neues didaktisches Konzept zu erarbeiten, in dessen Rahmen unterschiedliche Fachbereiche und Jahrgangsstufen zusammenarbeiten können. Mithilfe der Teilnahme an dem Förderprogramm sei es nun gelungen, den Einstieg in dieses ehrgeizige Unternehmen kostenmäßig abzusichern. Ziel sei ein Start noch in diesem Jahr, so Kaulbach: „Wir bedanken uns daher vielmals bei den Verantwortlichen der Staatsregierung und dem Berufsschulzweckverband, insbesondere bei Oberbürgermeister Michael Cerny für die ausgezeichnete Unterstützung.“ 


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