07.01.2021, 10:37 Uhr

Bildung Projekt „Perspektive für Taiacou“ hilft Waisenkindern im Benin


Daniela Ahlmann und Johanna Knorr ermöglichen Kindern im Benin eine Ausbildung. Seit ein paar Monaten hat die Initiative „Perspektive für Taiacou“ ein eigenes Spendenkonto und eine eigene Internetseite.

Regensburg/Taiacou. Ein ganzes Jahr lang leistete Daniela Ahlmann 2013 bis 2014 ihren Freiwilligendienst im Benin in Westafrika ab, bevor es sie zum Studieren nach Regensburg zog, wo sie aktuell immer noch lebt und Interkulturalitätsmanagement studiert. In dem Ort Taiacou im Norden des Benin an der Grenze zu Burkina Faso gab sie Kindern in einem Waisenhaus Nachhilfe. In der Bewerbung bei der Entsendeorganisation „Kinderhilfe Westafrika“ gab sie an, eher in den ländlichen Bereich Benins gehen zu wollen – und landete in Taiacou.

Das Waisenhaus namens „Weedi ti pee-na“ wurde ohne Startkapital von einem Beniner gegründet und beherbergte etwa 35 Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse. Sie alle sind entweder Voll- oder Halbwaisen. Sie alle wurden im Laufe des Jahres zu Ahlmanns Freundinnen und Freunden, mit denen sie auch einen Großteil ihrer Freizeit verbrachte und zu denen sie bis heute mindestens wöchentlich in Kontakt steht.

Nachdem der Leiter des Waisenhauses an Meningitis erkrankt war, wurde das Waisenhaus in einem schleichenden Prozess langsam aufgelöst. Doch die Waisen sind weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Ahlmann erzählt, dass die ersten „ihrer Kinder“ 2018 das Abitur absolvierten und sie sich zusammen mit einer anderen ehemaligen Freiwilligen, Johanna Knorr, Gedanken gemacht habe, wie man ihnen eine Ausbildung oder ein Studium ermöglichen könnte. „Natürlich nur freiwillig, man geht immer davon aus, dass sich jeder helfen lassen will, doch das ist natürlich nicht immer so“, so die ehemalige Freiwillige. Fakt ist jedoch, dass eine Ausbildung oder ein Studium im Benin „nahezu unbezahlbar“ sind, vor allem, da man Gebühren selbst zahlen muss. „Mit einem Durchschnittsjob verdienst du dort etwa 130 Euro im Monat“, schildert Ahlmann, „davon gehen dann 60 Euro monatlich für die Ausbildung drauf“.

„Wir haben eine langfristige Lösung gesucht“, berichtet Ahlmann, wie diejenigen, die sich das wünschen, eine Ausbildung anfangen könnten – zumal der Topf aus vorhandenen Spendengeldern sich langsam dem Ende neigt. Und so entstand „Perspektiven für Taiacou“. Seit ein paar Monaten hat die Initiative von Daniela Ahlmann und Johanna Knorr ein eigenes Spendenkonto und eine eigene Internetseite. Die jungen Beninerinnen und Beniner suchen sich ihr Studium oder ihre Ausbildung selbst aus, dann wird ein Vertrag aufgesetzt, in dem steht, dass die Gebühren von „Perspektiven für Taiacou“ übernommen werden, plus ein bestimmter monatlicher Betrag für Schulmaterial. „Sowohl Johanna als auch ich sind immer wieder vor Ort im Benin, einmal im Jahr mindestens eine von uns“, erzählt Ahlmann. Über Facebook schreiben beide regelmäßig mit ihren Freundinnen und Freunden. „Wir kennen die Jugendlichen persönlich und wissen, dass sie keine Chance auf Ausbildung oder Studium hätten, wenn sie diese Unterstützung nicht bekommen würden“, betont Ahlmann. „Wir haben die Kinder ein Jahr lang begleitet und wissen, wie unmöglich das ist. Da ist es nicht einfach, wegzuschauen.“

Gerade zu Weihnachten freuen sich Ahlmann und Knorr über fleißige Spenderinnen und Spender. „Uns ist es wichtig, dass man vor allem für das Projekt spendet“, erklärt die 26-Jährige. Deshalb gebe es nicht das Konzept „ein Kind – ein Pate“. Monatliche Spenden seien besonders toll, so die Gründerin, damit könne man besser planen, aber jederzeit sei auch ein beliebiger einmaliger Betrag eine Riesenunterstützung für die Kinder. Geplant sei auch, einen regelmäßigen Newsletter an Interessierte zu verschicken.

Mehr Informationen gibt es auch im Internet unter www.perspektivetaiacou.wixsite.com/start oder per Mail an perspektive.benin@gmail.com.


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