25.08.2020, 11:33 Uhr

Ländermonitor „Bertelsmann-Stiftung spiegelt nicht die Wirklichkeit der Kinderbetreuung in Bayern wider“

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„Auch der diesjährige Ländermonitor der Bertelsmann-Stiftung verkennt das hohe Engagement der Beschäftigten der bayerischen Kindertageseinrichtungen“, kommentiert Bayerns Familienministerin Carolina Trautner das am Dienstag, 25. August, veröffentlichte Papier.

Bayern. „Seit Jahren beurteilt die Bertelsmann-Stiftung die Qualität der Kindertagesbetreuung anhand von ihr selbst willkürlich zum Qualitätsmesser erhobenen Zahlen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Einrichtungen leisten täglich Enormes und selbstverständlich erfüllen sie auch ihren Bildungsauftrag. Die Reduktion von Bildungsqualität auf fragwürdige Kennziffern durch die Bertelsmann-Stiftung wird dieser Realität nicht gerecht. Außerdem vermisse ich, dass die in Bayern bereits ergriffenen Maßnahmen in diesem Ländermonitor nicht berücksichtigt werden.“

Der Freistaat Bayern hat in den letzten Jahren insbesondere die Kindertagesbetreuung gestärkt und neben dem weiteren Ausbau auch die Qualität der frühkindlichen Bildung verbessert. So konnte beispielsweise die Zahl der Fachkräfte laut Statistik der Kinder- und Jugendhilfe seit dem Jahr 2006 auf über 52.600 mehr als verdoppelt werden (Stand: 1. März 2019). Neben Erzieherinnen und Erziehern gehören dazu zum Beispiel auch Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen. Auch hier bilde die Studie, die nur auf Erzieherinnen und Erzieher abstellt, die bayerische Realität nur unzureichend ab.

Zudem sei der erst kürzlich eingeführte Leitungs- und Verwaltungsbonus noch nicht im Ländermonitor berücksichtigt worden. Durch diesen können Träger die Einrichtungsleitung entlasten, indem sie zusätzliches Verwaltungspersonal einstellen oder die Leitung vom Gruppendienst freistellen. Dadurch bleibt insgesamt mehr Zeit für die pädagogische Arbeit am Kind, was in der Studie der Bertelsmann-Stiftung keine Berücksichtigung findet.

„Durch die Förderung der Festanstellung von bis zu 2.000 Tagespflegepersonen, die als zusätzliche Verstärkung eingesetzt werden können, soll das pädagogische Personal weiter entlastet werden. Gleichzeitig können damit mittelfristig – nach entsprechenden Fort- und Weiterbildungen – auch neue Ergänzungs- und Fachkräfte gewonnen werden“, erklärt Trautner. „Außerdem wird die Qualität in den bayerischen Kindertageseinrichtungen durch die Pädagogische Qualitätsbegleitung (PQB) besonders gefördert. Die Pädagogischen Qualitätsbegleitungen sind im ganzen Freistaat unterwegs, beraten und coachen die Kitas vor Ort und tragen auf diese Weise dazu bei, die Qualität der pädagogischen Arbeit gemeinsam mit den Teams zu sichern und weiterzuentwickeln.“


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