14.07.2020, 13:07 Uhr

Transformatorentechnik OTH Regensburg schließt mit Partnern erfolgreich das Forschungsprojekt „UMTRIS“ ab

Die Projektpartner trafen sich regelmäßig zum fachlichen Austausch, wie hier in Amberg im März 2019. Auch wenn Corona den persönlichen Kontakt zum Schluss erschwerte, konnten die Verbindungen bis zum erfolgreichen Projektabschluss doch aufrechterhalten werden. Foto: Markus Meinke, Bezirk OberpfalzDie Projektpartner trafen sich regelmäßig zum fachlichen Austausch, wie hier in Amberg im März 2019. Auch wenn Corona den persönlichen Kontakt zum Schluss erschwerte, konnten die Verbindungen bis zum erfolgreichen Projektabschluss doch aufrechterhalten werden. Foto: Markus Meinke, Bezirk Oberpfalz

Die Corona-Krise hatte ihren persönlichen Austausch zum Schluss doch erheblich eingeschränkt. Dennoch konnten die Wissenschaftler der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg den Kontakt über die geschlossene Grenze aufrechterhalten und gemeinsam mit ihren bayerischen und tschechischen Partnern das Forschungsprojekt „UMTRIS“ (Umweltverträglichkeit von Transformatorölen – alternative Isolierflüssigkeiten) durch virtuelle Treffen erfolgreich abschließen.

Oberpfalz. Schon seit Sommer 2017 hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Forschungsstelle für Energienetze und Energiespeicher“ (FENES) an der OTH Regensburg unter der Leitung von Professor Dr. Oliver Brückl alternative Isolierflüssigkeiten für Transformatoren und deren Umweltverträglichkeit untersucht. Auf der tschechischen Seite wurden sie dabei von der Westböhmischen Universität Pilsen und der Tschechischen Technischen Hochschule in Prag (ČVUT) unterstützt, in der Oberpfalz kamen die OTH Amberg-Weiden, die Starkstom-Gerätebau GmbH Regensburg (SGB) und die Regionale Kontaktstelle der Europaregion Donau-Moldau beim Bezirk Oberpfalz als Projektpartner hinzu.

Durch das Forschungsvorhaben, das über die Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur (BTHA) für drei Jahre mit einer Summe von 324.000 Euro gefördert wurde, sollte untersucht werden, welche chemisch-physikalischen und technologischen Eigenschaften von alternativen Isolierflüssigkeiten beim Transformatorenbau relevant und nachhaltig sind, wie sich dadurch gefährliche Trafo-Ausfälle und Brandlasten vermeiden lassen und wie eine Teilentladung im Aktivteil des Transformators vermieden werden kann.

Die Zusammenarbeit mit der Starkstrom-Gerätebau GmbH Regensburg bildete dabei einen wichtigen Bestandteil, konnten die SGB-Mitarbeiter doch nicht nur ihre Erfahrungen in das Projekt einfließen lassen, sondern zugleich auch Materialproben bereitstellen. So war stets ein optimaler Austausch zwischen Theorie und Praxis gewährleistet. Auch sonst fand ein stetiger Informationsfluss zu den ermittelten Zwischenergebnissen zwischen den beteiligten Institutionen statt, der durch regelmäßige Projekttreffen abgerundet wurde. Bei den bis Anfang 2020 halbjährlich stattfindenden Zusammenkünften werteten die Wissenschaftler gemeinsam ihre Resultate aus und legten das weitere Vorgehen bei ihren Untersuchungsreihen fest.

Dass sich der intensive Gedankentransfer über die Grenze hinweg gelohnt hat, verdeutlichen die nun vorliegenden Ergebnisse. Es konnten sowohl der Einfluss sogenannter Pressboard-Barrieren, das heißt, von Öl-Papier-Isolationssystemen, für die Durchschlagsspannung und das Teilentladungsverhalten bei verschiedenen Transformatorenölen ermittelt werden als auch die temperaturabhängigen Eigenschaften der Öle charakterisiert und ihre Alterungsveränderungen überprüft werden. Daraus ergeben sich wichtige Erkenntnisse für den künftigen Einsatz von Ölen in Hochspannungstransformatoren, insbesondere was den Umweltschutz in beiden Ländern betrifft.

Entsprechend zeigen sich Projektleiter Oliver Brückl und sein Mitarbeiter Johannes Rauch mit den Aktivitäten der vergangenen drei Jahre zufrieden: „Durch die Bündelung unserer Forschungskapazitäten haben wir nicht nur einen entscheidenden wissenschaftlichen Beitrag für die Transformatorentechnik geleistet, sondern auch den grenzüberschreitenden Wissenstransfer und den fachlichen Informationsaustausch zwischen Bayern und Tschechien weiter ausgebaut“, so Rauch. Die Wissenschaftler hoffen daher, ihre Forschungen nach dem vollständigen Abklingen der Corona-Krise in einem neuen Projekt fortsetzen zu können. Ihre Bereitschaft zu einer weiteren umfassenden Zusammenarbeit haben sie bereits bekundet.


0 Kommentare