17.10.2019, 23:24 Uhr

Angebote im Ganztag fördern „Kinder sollen Kultur unabhängig vom familiären Hintergrund erfahren“

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Die Freie-Wähler-Landtagsfraktion will die kulturelle Bildung im Ganztag verankern und dazu Fördermöglichkeiten ausloten.

REGENSBURG „Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit in der Schule. Gleichzeitig bleibt unter der Woche weniger Zeit für außerschulische Aktivitäten“, erklärt die bildungspolitische Fraktionssprecherin und stellvertretende Vorsitzende des Bildungsausschusses Eva Gottstein. Mit gezielten Angeboten im Ganztagsbereich solle dieser Verschiebung entgegengewirkt werden: „Ganztagsschulen können mit ihrem immer größer werdenden Zeitfenster weit mehr als Unterricht anbieten“, so Gottstein. Für die Freien Wähler gehörten Arbeitsgemeinschaften, Förder- und Freizeitangebote, sowie kulturelle Angebote zu einem attraktiven Ganztag dazu.

Gerade im Rahmen künstlerisch-kultureller Betätigung könnten junge Menschen erfahren, wie bereichernd die Beschäftigung mit Kunst und Kultur sei, ergänzt die kulturpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kerstin Radler. Unabhängig vom familiären Hintergrund und Wohnumfeld könnten sie so die Chance erhalten, Kunst, Kultur und künstlerische Projekte kennenzulernen. Davon würden insbesondere auch Kinder und Jugendliche aus bildungsferneren Schichten profitieren. „Darüber hinaus wirken in kulturellen Ganztagsangeboten meist verschiedene Künstler und Institutionen zusammen und vermitteln den jungen Leuten so ganz unterschiedliche Perspektiven in Bezug auf kulturelle Themen“, so Radler.

Mit einem Antrag, der heute im federführenden Bildungsausschuss einstimmig angenommen wurde, fordern die Freien Wähler die Staatsregierung deshalb auf, zu überprüfen, wie kulturpädagogische Angebote an bayerischen Ganztagsschulen stärker gefördert werden können und inwiefern die Mittel des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ für entsprechende Angebote und Wahlkurse im Ganztagsbereich genutzt werden können. „Würde der Einsatz von Künstlerinnen und Künstlern gezielt gefördert, ließe sich eine qualitativ hochwertige Bildungskultur etablieren, die eine sinnvolle Ergänzung zum Vormittagsunterricht böte“, führt Gottstein aus. Dadurch könnten auch individuelle künstlerisch-kreative Begabungen besser gefördert werden.

Ganztagsschulen seien geradezu prädestiniert dafür, einen flächendeckenden und niederschwelligen Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten zu ermöglichen: „Durch eine gezielte Förderung könnte der Ganztagsbereich einen wichtigen Beitrag leisten, um die kulturelle Teilhabe in Bayern zu stärken“, schließt Radler.


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