07.10.2019, 23:40 Uhr

„Tag der digitalen Lehre“ Die Digitalisierung als wichtiger Teil der Hochschullehre

Prof. Dr. Markus Westner von der OTH Regensburg ist von der Methode „Peer Review“ und Videofeedback überzeugt. (Foto: Sarah Sophie Ruppert)Prof. Dr. Markus Westner von der OTH Regensburg ist von der Methode „Peer Review“ und Videofeedback überzeugt. (Foto: Sarah Sophie Ruppert)

Zum dritten Mal fand der „Tag der digitalen Lehre“ in Regensburg statt, erstmalig in Kooperation zwischen OTH Regensburg, Universität Regensburg und AG „Digitalisierung und Lehre“ des Bayerischen Wissenschaftsforums (BayWISS).

REGENSBURG Circa 130 Interessierte beteiligten sich am „Tag der digitalen Lehre“ am 25. September 2019 an der OTH Regensburg. Zum Schwerpunktthema „Fachspezifische digitale Lehre“ dozierten renommierte Experten wie Prof. Dr. Heribert Nacken, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen), oder Prof. Dr. Ullrich Dittler von der Hochschule Furtwangen (HFU). Zum Auftakt der Veranstaltung gaben die beiden Professoren in ihren Leitvorträgen eine Einstimmung in das breit gefächerte Thema der Digitalisierung der Lehre.

Prof. Dr. Dittler rückte die Nutzung von mobilen Endgeräten für das Lernen und Lehren in den Fokus. Neben traditionellen Formen des Unterrichts würden selbstgesteuertes Lernen mit „Smart Devices“ und die Lernbegleitung und -unterstützung in sozialen Netzwerken eine stetige Bedeutung gewinnen. Mit dem Vortrag zum Thema „Digital Natives versus Digital Immigrant - Welche Änderungen kommen noch auf Sie zu?“ beleuchtete Prof. Dr. Nacken die Implementierung einer Digitalisierungsstrategie für die Lehre.

Im Anschluss an die Keynotes teilten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf vier verschiedene themenspezifische Tracks auf. Insgesamt wurden 13 Impulsvorträge und fünf Workshops aus Bereichen wie Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften, Medizin und Chemie und Lehrerbildung angeboten. Die Referenten und Referentinnen gingen auf Ideen, Möglichkeiten und Grenzen zur Gestaltung von Lehre mit digitalen Elementen in den einzelnen Fachgebieten ein. So sei eine gewisse Gestaltungsfreiheit zu berücksichtigen: Formate, die für Ingenieure geeignet sind, könnten beispielsweise für Wirtschaftswissenschaftler nicht funktionieren.

Dr. Jörg Marienhagen von der Universität Augsburg hielt einen der zahlreichen Vorträge. Er referierte über den wissenschaftlichen Longitudinalkurs im neuen Modellstudiengang Medizin, der erstmalig im Wintersemester 2019/2020 startet. Der im Studiengang enthaltene Longitudinalkurs wird interprofessionell mit den Studierenden des Bachelorstudiengangs Medizinische Informatik durchgeführt. Die Studierenden wenden in dem Kurs ihr neu erlerntes medizinisches Wissen direkt an. Theoretische Inhalte, wie etwa interaktive Lernpakete oder Videos, werden über eine Moodle-Plattform vermittelt.

Im Studiengang Wirtschaftsinformatik an der OTH Regensburg ist das Modul eines wissenschaftlichen Seminars enthalten. Prof. Dr. Markus Westner, Fakultät Informatik und Mathematik, begleitet die Ausarbeitungen der Seminararbeit mittels eines Peer Reviews, dessen Durchführung die Studierenden über Moodle leisten. Jeder Studierende überprüft bzw. „reviewed“ hierbei zwei Abgaben seiner Kommilitonen und Kommilitoninnen. Zusätzlich stellt Prof. Dr. Westner für jede Seminararbeit ein Live-Videofeedback zur Verfügung. Die Häufigkeit seiner Sprechstunden haben sich nach Aussage Prof. Dr. Westners durch die Videokonferenz mit den Studierenden verringert, die Qualität der Ausarbeitung habe sich wesentlich verbessert.

Im Anschluss an den Tag der digitalen Lehre fand eine Diskussionsrunde der BayWISS für die Mitarbeitenden verschiedener Serviceeinrichtungen statt. Dort hatten die Expertinnen und Experten Gelegenheit sich über Themen wie hochschulübergreifende Vernetzung und Ausstattung auszutauschen.


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