11.04.2019, 10:16 Uhr

Zweitägige Fortbildung Sprache im Fokus – über 200 Lehrkräfte tagen in der Oberpfalz

(Foto: Katarzyna Bialasiewicz/123rf.com)(Foto: Katarzyna Bialasiewicz/123rf.com)

Sprache ist der Schlüssel zur Welt, zur Bildung und zur Teilhabe an der Gesellschaft – genau deshalb ist sprachliche Bildung von Kindern und Jugendlichen von entscheidender Bedeutung. Zum Thema „Sprache im Fokus“ veranstaltete die Regierung der Oberpfalz in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik – Landesgruppe Bayern eine zweitägige Fortbildung.

REGENSBURG Unter den rund 200 Teilnehmern waren neben Lehrkräften aus Sonderpädagogischen Förderschulen in der Oberpfalz auch Sprachheilpädagoginnen und -pädagogen, Lehrkräfte aus den Grund- und Mittelschulen, Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus sowie Vertreter des Bereichs Schulpädagogik der Universität Regensburg. Ziel der Tagung war es, den engagierten Lehrkräften in den Bereichen Sprachbildung, Bildungssprache und analoger wie auch digitaler Kommunikation Anregungen für die Unterrichtspraxis zu bieten.

Professor Josef Leisen, Oberstudiendirektor a. D. und Professor für Didaktik der Physik und Experte im Bereich Sprachbildung und Sprachsensiblen Unterricht referierte in seinem Vortrag darüber, „wie Kinder im Alltag und im Unterricht in die Sprache und zur Sprache kommen“. Entscheidend für die sprachliche Bildung – und damit für die Bildungsteilhabe – sei die „Durchgängigkeit als leitendes Prinzip“: Sprachförderung ist eine Aufgabe aller Fächer, sie wächst mit dem Lernen verschiedener Fachinhalte. Folglich lassen sich Fach und Sprache nicht voneinander trennen.

Dieser Ansatz spiegelte sich auch wieder in den auf den Vortrag folgenden, praxisorientierten Workshops, die Ideen und Inspirationen für die Unterrichtspraxis vom vorschulischen Bereich bis hin zu den Abschlussklassen boten. Die Teilnehmer erhielten einen Überblick über eine Vielzahl differenzierter Themen – von Apps zur Sprachförderung, Unterstützte Kommunikation, Wortschatzarbeit in Deutsch als Zweitsprache, Leichte und Einfache Sprache sowie Sprachsensible Unterrichtseinheiten im Lesen, Schreiben und Sachunterricht.

Einen weiteren Programmpunkt bildete unter anderem der Vortrag zur strategieorientierten Genustherapie von Dr. Stephanie Riehemann. Die Dozentin vom Lehrstuhl für Sprachbehindertenpädagogik der Universität Köln bot einen Einblick in den prototypischen Aufbau dieser Therapie, die auf eine Aktivierung der kindlichen Selbstlernfähigkeit zielt. Mit der Präsentation der diagnostischen Schwerpunkte bei mehrsprachigen Kindern bildete Dr. Lilli Wagner, Dozentin an der Berufsfachschule für Logopädie der Medizinischen Akademie IB Medau, die interessierten Teilnehmerinnen fort.


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