26.11.2018, 16:00 Uhr

Lesepaten-Projekttag Ehrenamtliche leisten einen großen Beitrag zur Sprach- und Leseförderung von Kindern

(Foto: Helmut Koch)(Foto: Helmut Koch)

Die ehrenamtliche Sprach- und Leseförderung im Landkreis auszubauen, ist das erklärte Ziel der Freiwilligenagentur des Landkreises. 70 Lesepatinnen und -paten, Schul- und Kindergartenleitungen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Freiwilligenagentur gefolgt und zum ersten „Lesepaten-Projekttag“ ins Landratsamt gekommen.

REGENSBURG Vorlesen in Kindertagesstätten und an Grundschulen, besonders aber ehrenamtliche Leselernhilfe für sechs- bis zehn-jährige Schulkinder – davon soll es künftig möglichst viel und vor allem qualifiziert im Landkreis geben.

Was brauchen Ehrenamtliche, die Kinder beim Lesenlernen unterstützen wollen? Wie lassen sich Leselernhelferinnen und -helfer ins Schulleben integrieren und bringt das Ganze überhaupt etwas? Lesen Kinder, die Schwierigkeiten beim Lesen und Verstehen von Texten haben, mit Unterstützung von Ehrenamtlichen lieber und besser? Diesen Fragen widmete sich Andrea Pohlmann-Jochheim aus Köln, Vorstandsmitglied des deutschlandweit engagierten Verbandes „Mentor – die Leselernhelfer“. Die Zahlen, die Pohlmann-Jochheim lieferte, waren beeindruckend: Mehr als 90 Prozent der Kinder, die Leselernhelfer haben, verbessern sich und mehr als die Hälfte sind im Unterricht merklich aktiver. Und die Ehrenamtlichen? Auch hier die Erkenntnis: Die allermeisten genießen ihr Engagement. Sie schätzen das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, Kinder bei ihrem Weg ins Leben zu begleiten und Dank und Anerkennung zurückzubekommen. Mitbringen müssen sie laut Pohlmann-Jochheim zunächst nur zwei Dinge: Freude am Lesen und am Zusammensein mit Kindern. Alles andere – die Einführung in die Rolle als Ehrenamtliche an einer Schule, Hilfestellungen, Materialien und Tipps zum Lesen mit Kindern – lernen sie vor ihrem Einsatz im Rahmen einer Qualifizierung bei der Freiwilligenagentur. „Das wird unser Job“, betont die Leiterin der Freiwilligenagentur im Landkreis, Dr. Gaby von Rhein, die das Konzept und die deutschlandweiten Erfolge von Mentor voll und ganz überzeugen.

Lesepatinnen und -paten, die als ehrenamtliche Vorleserinnen und Vorleser in Kindertagesstätten aktiv sind, soll es im Landkreis natürlich weiterhin geben. „Hier sind wir seit Jahren aktiv“, betont von Rhein. „An die 100 Ehrenamtlichen sind an über 30 KiTas im Landkreis im Einsatz und auch hier ist unter anderem die Qualifizierung der Vorleserinnen und Vorleser unsere Aufgabe.“ 15 neue Patinnen und Paten bekamen ihre Einführungsschulung im Rahmen des Projekttages. Anni Langensteiner, langjährige Leiterin einer Kindertageseinrichtung in Obertraubling und selbst Lesepatin, hatte viele Anregungen und Tipps für die neuen Vorleserinnen und Vorleser dabei.

Ein „Markt der Möglichkeiten“ mit Büchern, Erzähltheatern, Mentor-Materialien, schönen und nützlichen Utensilien rund ums Vorlesen und gemeinsame Lesen rundete den Projekttag ab – und ein Wunschbaum, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten, um ihre Anliegen und Gedanken da zu lassen: „Bitte machen Sie ganz bald eine Fortbildung für Leselernhelfer, ich möchte mitmachen!“, war dort unter anderem zu lesen. „Ein Wunsch, den die Freiwilligenagentur auf jeden Fall erfüllen wird“, versprach Gaby von Rhein.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.freiwilligenagentur.landkreis-regensburg.de.


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