25.09.2018, 18:26 Uhr

Fachtagung Pflegeeltern und Fachkräfte diskutierten in Regensburg die Perspektivplanung für Pflegekinder

Jugendamt (Foto: uh)Jugendamt (Foto: uh)

Das Amt für Jugend und Familie hatte Mitte September zu einer Fachtagung mit dem Thema „Kontinuität im Kinderschutz“ ins Mehrgenerationenhaus eingeladen. Mehr als 80 Pflegeeltern und Fachkräfte beschäftigten sich einen Tag lang mit der Thematik, wie für Pflegekinder günstige Rahmenbedingungen geschaffen werden können, um sicher in einer Pflegefamilie aufzuwachsen.

REGENSBURG Fast jeden zweiten Tag muss das Jugendamt ein Kind aus seiner Familie in Obhut nehmen, weil es dort nicht mehr ausreichend Schutz und Sicherheit erhält. Für Kinder, die schwer vernachlässigt, misshandelt oder missbraucht werden, hat das Jugendamt dafür zu sorgen, dass diese Kinder einen guten Platz für ein sicheres Aufwachsen bekommen. Ein gutes und bewährtes Schutzkonzept ist hierfür die Aufnahme des Kindes in eine Pflegefamilie. Dort erhält das Kind Zuwendung, wird feinfühlig von den Pflegeeltern versorgt und kann endlich zur Ruhe kommen.

Dr. Mériem Diouani-Streek, Dozentin an der Universität Frankfurt, war als Referentin eingeladen, sie stellte Teile ihrer Dissertation vor, in der der bundesdeutsche, aber auch der internationale Zustand im Pflegekinderwesen beleuchtet wurde. In ihrem Vortrag machte sie deutlich, dass vernachlässigte und misshandelte Kinder über viele Jahre mit den erlebten Traumata zu kämpfen haben. Wichtig ist, dass diese Kinder in verlässlichen Pflegefamilien Kontinuität erfahren, damit ihre Seelen genesen können. Dr. Mériem Diouani-Streek erläuterte in einer eindrücklichen Präsentation, was nach nationalen und internationalen Studien zufolge die Politik, die Gerichte und die Fachkräfte leisten müssten, um Kontinuität im Kinderschutz für Pflegekinder herzustellen. Unbedingt erforderlich sei es, die Rechte von Pflegekindern und Pflegeeltern zu stärken. Hierfür gebe es bereits eine Gesetzesvorlage, die die Bundesregierung wohl in absehbarer Zeit verabschieden werde.

Der Leiter des Amtes für Jugend und Familie, Dr. Volker Sgolik, freute sich, dass auch in seinem Fachamt eine hohe personelle Kontinuität gegeben ist: „Im Pflegekinderdienst, der Adoptionsvermittlungsstelle und in der Jugendschutzstelle vollziehen viele Fachkräfte schon seit Jahrzehnten ihren Dienst im selben Aufgabenfeld. Das kommt natürlich in letzter Konsequenz vor allem den Pflegekindern, ihren leiblichen Eltern und ihren Pflegeeltern zugute.“

Die Fachtagung fand bereits zum fünften Mal statt und wird sicherlich fortgesetzt.


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