20.03.2018, 15:12 Uhr

Fortbildung Musik und Integration – Sprache lernen durch Singen, Bewegung und Tanz

Professor Dr. Magnus Gaul und Susan Bader (Fachberatung Kindertageseinrichtung) mit den Teilnehmerinnen der Fortbildung und ihren Waschlappenwichteln. (Foto: LRA/Geier )Professor Dr. Magnus Gaul und Susan Bader (Fachberatung Kindertageseinrichtung) mit den Teilnehmerinnen der Fortbildung und ihren Waschlappenwichteln. (Foto: LRA/Geier )

Pädagogische Kräfte von Kindertageseinrichtungen, die Flüchtlings- und Asylbewerberkinder betreuen, beschäftigten sich kürzlich im Rahmen einer Fortbildung im Landratsamt Regensburg mit dem Zusammenhang von Musik und Integration.

LANDKREIS REGENSBURG Bereits zum zweiten Mal hatte das Kreisjugendamt diese Fortbildung mit Professor Dr. Magnus Gaul vom Lehrstuhl für Musikpädagogik und -didaktik der Universität Regensburg organisiert, um das Personal von Kitas im Landkreis in ihrer Aufgabe der Integration in den Kindertageseinrichtungen zu unterstützen. Als besonderer Weg wurde dabei das Deutschlernprojekt „SPRING – SPRache lernen durch sINGen, Bewegung und Tanz“ vorgestellt.

Ziel des Sprachförderprogramms ist, dass sich Kinder beim gemeinsamen Singen und Tanzen in den deutschen Sprachduktus, in die gebräuchlichen Formen deutscher Sprechmelodien sowie in Fragestellungen und Antwortmechanismen einhören können. Neben intensiven musikalischen Übungen, in denen verschiedene Instrumente, wie Boomwhackers, Djemben und Xylophone zum Einsatz kamen, wurden den Teilnehmern auch Bastelanregungen wie das Anfertigen eines Waschlappenwichtels mitgegeben.

Im Alltag von Kindertageseinrichtungen spielen neben der sprachlichen Barriere von Flüchtlings- und Asylbewerberkindern auch Fluchterfahrung und Traumata eine Rolle. Dies stellt für die Einrichtungen eine besondere Herausforderung dar. „Hier kommen die Waschlappenwichtel ins Spiel. Sie nehmen eine therapeutische Funktion ein, da die Kinder über die Wichtel ihre Gefühle leichter äußern können“, erklärte Professor Gaul. Diese Anregung fand bei den Teilnehmern großen Anklang. Von diesem Konzept würden nicht nur die Kinder mit Migrationshintergrund, sondern auch alle anderen Kinder profitieren. Denn: „Musik bewegt, auch unser Sprachzentrum“, so Gaul. „Richtig eingesetzt fördert sie schon bei den Kleinsten den Spracherwerb und hilft bei der Integration.“

Das Kreisjugendamt unterstützt als Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Kindertageseinrichtungen neben Fortbildungen zum Thema auch mit Hilfe eines Musikprojekts. Seit April 2017 steht einmal wöchentlich in elf Einrichtungen im Landkreis Musik mit Kindern sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund auf dem Plan. Dabei werden die Einrichtungen von erfahrenen Musikpädagoginnen und -pädagogen unterstützt. Die Mittel für diese vom Freistaat Bayern geförderten Maßnahmen stehen noch bis Ende 2018 zur Verfügung.

Hintergrund: Der Bayerische Ministerrat hat am 9. Oktober 2015 beschlossen, sechs Millionen Euro für die Integrationsförderung im Bereich der Kindertagesbetreuung zur Verfügung zu stellen. Diesem Ministerratsbeschluss entsprechend werden mit der Richtlinie zur Förderung der Bildung, Erziehung und Betreuung von Asylbewerber- und Flüchtlingskindern in Kindertageseinrichtungen Maßnahmen zur Integration bereits seit 2016 gefördert.


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