30.10.2017, 15:54 Uhr

BR sendet am Dienstag Bericht aus Essenbach Archäologisches Experiment im Museum

Ein Filmteam des Bayerischen Fernsehens verfolgte das gesamte archäologische Experiment. Im Bild bearbeitet der Archäologe und Archäotechniker Dr. Robert Graf das originalgetreu hergestellte, rund 60 Zentimeter lange Bronze-Schwert. Es war vor 3300 Jahren Zeichen der Würde und der Macht eines Mächtigen seiner Epoche. Foto: Landratsamt Landshut (Foto:Ja)Ein Filmteam des Bayerischen Fernsehens verfolgte das gesamte archäologische Experiment. Im Bild bearbeitet der Archäologe und Archäotechniker Dr. Robert Graf das originalgetreu hergestellte, rund 60 Zentimeter lange Bronze-Schwert. Es war vor 3300 Jahren Zeichen der Würde und der Macht eines Mächtigen seiner Epoche. Foto: Landratsamt Landshut (Foto:Ja)

Erstmals nach 3300 Jahren ist in Essenbach wieder ein Bronze-Schwert der Zeit der Urnenfelder-Kultur (etwa 1300 bis 800 vor Christus) hergestellt und so bearbeitet worden wie jenes Schwert, das damals einem Fürsten der Epoche mit ins Grab gegeben worden ist.

ESSENBACH Von diesem Experiment und den wissenschaftlichen Fragen, denen mit ihm nachgegangen wird, handelt ein Film, der am Dienstag, 31. Oktober, im Dritten Programm des Bayerischen Fernsehens zu sehen ist. In der Sendung „Wir in Bayern“ (16.15 bis 17.45 Uhr) wird der Guss eines originalgetreu rekonstruierten Schwertes der ausgehenden Bronze-Schwertes im Garten des Museums gezeigt. Im Anschluss daran verbiegt der Archäologie und Archäotechniker Dr. Robert Graf das rund 60 Zentimeter lange Schwert mit Hilfe eines Holzblocks, der exakt den Winkel der Biegung des Originalfundes hat.

Das Experiment, bei dem die Museumsbeauftragte Monika Weigl und vier Essenbacher Mittelschüler dem Archäologen Graf zur Hand gingen, hat eine Antwort darauf gegeben, ob man das Schwert damals als Grabbeigabe nur biegen oder eigentlich zerbrechen wollte. Es ist nur gebogen worden (und seine Spitze ist abgebrochen worden), es ist also bewusst in dieser Weise unbrauchbar gemacht worden. „Das Schwert war Symbol der Würde und der Macht des Fürsten“, erläutert der Archäologe Robert Graf: Als der Fürst gestorben war, wurde Hand an dieses Zeichen der Macht gelegt; sein Träger war tot, das Schwert sollte niemand anderer je wieder benutzen.

Das Schwert ist Teil der umfangreichen Grabbeigaben eines Mächtigen der Epoche der Urnenfelder-Kultur, die nach ihrem charakteristischen Grabbrauch benannt ist – der Leichenverbrennung und Beerdigung des Leichenbrandes in tönernen Urnen in der Erde. Herausragende Personen wurde ein aufwändiges Begräbnis zuteil – so auch dem Essenbacher Regionalfürsten. Sein Leichnam ist, so der archäologische Befund einer Grabung im Baugebiet Essenbach-Blumenäcker im Jahr 2011, auf einem vierrädrigen Kultwagen auf einen großen Scheiterhaufen gefahren worden, auf dem Leichen, Wagen und Grabbeigaben verbrannt wurden. Unter anderem sind dem Fürsten das erwähnte Schwert, Keramikgefäße, Gewichte zum Abwiegen wertvoller Gegenstände sowie ein goldener Fingerring mit ins Grab gegeben worden.


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