22.10.2020, 12:41 Uhr

Sinnsprüche Mit Aphorismen wider die Unvernunft – Projekt am BSZ Kelheim

Vier der Aphorismusdichter der Klasse BW12b (Corinna Mödl, Vanessa Winkelbauer, Rafael Müller, Kimberly Penny) mit ihrem Lehrer OStR Dr. Peter Kaspar vor dem Begrüßungsbildschirm im Eingangsbereich des BSZ Kelheim. Foto: Dr. Peter KasparVier der Aphorismusdichter der Klasse BW12b (Corinna Mödl, Vanessa Winkelbauer, Rafael Müller, Kimberly Penny) mit ihrem Lehrer OStR Dr. Peter Kaspar vor dem Begrüßungsbildschirm im Eingangsbereich des BSZ Kelheim. Foto: Dr. Peter Kaspar

Weit mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler gehen täglich im Beruflichen Schulzentrum Kelheim ein und aus, hinzu kommen gut 100 Lehrkräfte, Verwaltungsangestellte, Besucherinnen und Besucher: Angesichts der aktuell sich wieder verschärfenden Pandemiesituation mit Mund-Nasen-Bedeckung und Abstandsregelungen eine tägliche Herausforderung für alle Beteiligten.

Kelheim. Unvernunft, mangelnde Einsicht und – ja, leider auch – wenig Empathie für die Mitmenschen wären in diesem Rahmen fehl am Platz, liegt es doch im allgemeinen Interesse, eine Schulschließung wie im Frühjahr zu vermeiden. Dennoch gibt es sie allerorten, die Unbeirrbaren, die meinen, Abstands- und Schutzregelungen gölten nicht für sie. Wie kommt man diesen Unverbesserlichen am besten bei?

Diese Frage stellte sich die Berufsoberschulklasse BW12b im Sozialkundeunterricht unter Leitung von OStR Dr. Peter Kaspar. Im Rahmen eines fächerübergreifenden Zugangs mit Deutsch erstellten die Schülerinnen und Schüler im Unterricht Aphorismen, also Sinnsprüche, auf die aktuelle Situation, die in aller Kürze eine Lehre oder Weisheit transportieren, ohne dabei expressis verbis einzelne Personen oder Personengruppen zu verteufeln. Durch die vertiefte Auseinandersetzung mit dieser literarischen Kurzform und dem Themenkomplex Grundrechte entstanden tatsächlich 24 Aphorismen, die nun im wöchentlichen Wechsel über die Bildschirme in der Aula des BSZ Kelheim laufen und Ankommenden einen Gedankenanstoß geben, über das eigene Handeln nachzusinnen und manche Einstellung, so die Hoffnung, vielleicht zu revidieren.

Los geht es mit „Verfluche nicht die aktuelle Situation. Nimm sie an und lerne von ihr“. Irgendwann noch folgen werden beispielsweise „Tut man nichts gegen die Bedrohung, wird man selbst zu einer“ oder „Auch das tiefste Loch bietet das Potenzial, über sich hinauszuwachsen“. Schulleiter OStD Johann Huber sagt zum Projekt: „Ob der Zunahme der Corona-Skeptiker kann ich mir gut vorstellen, dass die Sprüche zum Nachdenken anregen.“ Auch Lehrer Dr. Peter Kaspar freut sich: „Ich hätte nicht gedacht, welche geistreichen Aphorismen zustande kommen, die teilweise erst mit einer Verzögerung von ein paar Sekunden richtig zünden.“ „Auch die sich für unverwundbar halten, sind sterblich“ ist einer davon.


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