19.07.2018, 16:26 Uhr

Präsentation veraltet Neuer Schwung für das Stadtmuseum

Begeistert von der Papierausstellung im Deggendorfer Stadtmuseum: Von links Bezirksrätin Margret Tuchen, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Staatsminister Bernd Sibler, Museumsleiterin Brigitta Peschek-Sommer und OB Dr. Christian Moser. (Foto: Bezirk Ndb/mbs)Begeistert von der Papierausstellung im Deggendorfer Stadtmuseum: Von links Bezirksrätin Margret Tuchen, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Staatsminister Bernd Sibler, Museumsleiterin Brigitta Peschek-Sommer und OB Dr. Christian Moser. (Foto: Bezirk Ndb/mbs)

Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt wird neu konzipiert und digitalisiert.

DEGGENDORF Sie hat Staub angesetzt, die Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt Deggendorf im Stadtmuseum – nicht im eigentlichen, sondern im übertragenen Sinne. Die Schautafeln zu den Exponaten rund um Archäologie und Historie sind aus den 80er Jahren, die Präsentation ist veraltet. Deshalb krempeln Museum und Stadt nun die Ärmel hoch und konzipieren, mit wissenschaftlicher Beteiligung, eine völlig neue, interaktive Dauerausstellung.

Dabei möchten Museumsleiterin Brigitta Peschek-Sommer und OB Dr. Christian Moser auch den Bezirk ins Boot holen. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Bezirksrätin Margret Tuchen waren daher zu Gast im Museum und ließen sich die Konzeption erklären. Dabei hatten sie zusammen mit Kultusminister Bernd Sibler die Möglichkeit, auch die aktuelle Ausstellung von Papierkunst im Erdgeschoss zu bewundern.

Eine Riegelhaube der angesehenen Deggendorfer Handelsfamilie Duß, eine mit Schlamm überzogene Brille, die eine Hausbesitzerin beim großen Hochwasser zurücklassen musste, und eine quietschgelbe Reihe von Plastikküken, die es früher zu Strumpfhosen der einstmals in Deggendorf angesiedelten Firma Ergee gab: Ein erster Schaukasten mit Exponaten aus der Stadthistorie für die neu geplante Dauerausstellung ist schon fertig, mit denen das Team Lust auf mehr machen möchte. „Museum Uploaded“, soll die neue Dauerausstellung heißen, die gerade geplant wird und 2020/2021 an den Start gehen soll. Laut Museumsleiterin Peschek-Sommer sollen die Exponate im gesamten erste Stock digital erklärt werden. Dazu können die Besucher sowohl ihre Smartphones benutzen als auch sich größere Geräte ausleihen. Es gibt zu den Ausstellungsstücken nicht nur Infos, sondern auch kleine Filme. Museum im 21. Jahrhundert: „Exponate sollen einfacher, unterhaltsamer und in Vertiefungsebenen erschlossen werden“, so die Museumschefin.

Dabei kooperiert das Museum mit der Hochschule Deggendorf, einem Partnermuseum in Pisek und der Universität Südböhmen in Budweis. „Das macht richtig Spaß, mit so vielen jungen Leuten zu arbeiten, die frische Ideen haben“, begeisterte sich die Museumsleiterin. Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gibt es auch EU-Mittel. Dennoch werden weitere Geldgeber gebraucht, und hier sprachen Peschek-Sommer und OB Moser den Bezirkstagspräsidenten Dr. Heinrich und die Bezirksrätin Tuchen an. Heinrich versprach, sich für einen Zuschuss stark zu machen: „Ich freue mich über diesen beeindruckenden Plan einer Neukonzeption der Dauerausstellung. So geht Museum der Zukunft.“ Als „besonders innovativ und förderungswürdig“ bezeichnete der Bezirkstagspräsident das Vorhaben, auch viele historische Orte im Stadtzentrum von Deggendorf mit digitalen Informationen zu versehen. Mit diesem Vorhaben sollen die Besucher ins Museum geholt werden und eine Verbindung zwischen der Stadt selber und dem Stadtmuseum hergestellt werden. „Dass diese neu entwickelte Technologie als „Open Source“ allen nichtstaatlichen Museen in Bayern kostenlos zur Verfügung gestellt wird, ist eine neue Herangehensweise, die meiner Meinung nach eine besondere finanzielle Unterstützung des Bezirks rechtfertigen kann“, so Heinrich.

Begeistert zeigte sich die Delegation auch von der noch bis 7. Oktober stattfindenden Sonderausstellung „Papier Global 4“. Zum vierten Mal in der Geschichte des Museums wird hier Papierkunst gezeigt, erklärte Peschek-Sommer. Die Besucher, unter die sich auch Staatsminister Sibler mischte, bewunderten die teils filigranen Werke aus handgeschöpftem Papier, Papiertüchern oder gar Verpackungen von Röntgenbildern. „Diese Ausstellung ist einfach sehenswert. Ich werde privat noch einmal herkommen und sie mir in aller Ruhe ansehen“, zeigte sich der Bezirkstagspräsident fasziniert.


0 Kommentare