04.07.2018, 13:50 Uhr

Vortrag Dr. Google & Co

(Foto: privat)(Foto: privat)

Immer mehr Menschen konsultieren das Internet, wenn es um ihre Gesundheit geht, in Deutschland fast jeder zweite Erwachsene. Und – so eine Studie der Bertelsmann-Stiftung – 52 Prozent sind mit dem, was Dr. Google liefert, immer oder meistens zufrieden.

DEGGENDORF Stellt sich die Frage, ob diese Zufriedenheit tatsächlich begründet ist? Wie ist mit der Online-Flut an Gesundheitsinformationen am besten umzugehen? Das ist Inhalt eines Vortrags von Prof. Dr. Doris Eberhardt von der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) im Rahmen der Themenreihe Mensch und Gesundheit. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 10. Juli, um 19 Uhr im Gebäude I, Raum 108, der THD statt und richtet sich an alle Interessierten.

Erst mal Dr. Google fragen. Das sagen sich viele, egal ob es um Tipps für ein gesünderes Leben geht oder um ernsthafte Gesundheitsprobleme. Zwar ist die Zufriedenheit mit den Suchergebnissen laut Bertelsmann-Umfrage recht ordentlich, gleichzeitig finden es aber zwei Drittel der Gesundheits-Surfer sehr schwierig, die Vertrauenswürdigkeit der Informationen richtig einzuschätzen. Außerdem sei die Masse an Informationen eher verwirrend als hilfreich. Das wachsende Interesse an Gesundheitsinformationen deckt sich mit dem nationalen Ziel, gesundheitliche Kompetenz zu erhöhen. Die Fähigkeit der Patienten, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und zu beurteilen soll gesteigert werden, um Entscheidungen über die eigene Behandlung mitgestalten zu können.

Aber längst nicht sind alle Aussagen, die im Internet getroffen werden, fundiert und objektiv. Für die Professorin ein entscheidender Punkt: „Gerade Laien haben erhebliche Mühe, sich zurechtzufinden und relevante Informationen von unwichtigen zu trennen.“ Es stelle sich die Frage, woran man qualitativ hochwertige Gesundheitsinformationen erkennen und wie man sie in verständlich aufbereiteter Form im Internet finden könne. „Jedoch führen auch seriöse Informationen nicht automatisch zur richtigen Entscheidung,“ betont Prof. Eberhardt. „Vielmehr geht es darum, die Informationen mit Fachpersonen zu besprechen, abzuwägen und gemeinsam die beste Alternative für die eigene, individuelle Situation zu finden.“ In ihrem Vortrag wird die Referentin außerdem auf den immer populärer werdenden Begriff der „Evidenzbasierung“ eingehen sowie die damit verbundenen Chancen und Grenzen aufzeigen.

Prof. Eberhardt ist gelernte Krankenschwester, Pflegepädagogin und Pflegewissenschaftlerin. Sie arbeitet seit 2013 im Bereich der Pflegeentwicklung am Klinikum Neumarkt i.d.Opf.. Seit 2017 ist sie an der THD für das Lehrgebiet Pflegesystementwicklung zuständig. Mit ihrer Hans Lindner Stiftungsprofessur soll die Verbesserung der Wirksamkeit von pflegerischer Versorgung insbesondere im ländlichen Raum unterstützt werden.


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