04.03.2018, 12:08 Uhr

Orientteppiche Historische Kostbarkeiten wieder voll im Trend?

Dr. Michael Andres dankt Manfred Hanke. (Foto: pm/FDP)Dr. Michael Andres dankt Manfred Hanke. (Foto: pm/FDP)

Der Ehrenpräsident des Bayerischen Hafenforums, Manfred Hanke, referierte am Freitag 2. März, ab 18.30 Uhr im Tagungsraum der Firma Junghanns in Hengersberg zum Thema Orientteppiche. Organisiert wurde die öffentliche Veranstaltung vom FDP-Kreisverband Deggendorf.

HENGERSBERG Dr. Michael Andres, der stellvertretende Kreisvorsitzende der Deggendorfer FDP, freute sich, in gut gefüllten Vortragsraum der Firma Junghanns zahlreiche Interessierte begrüßen zu können.

Manfred Hanke war über Jahrzehnte immer wieder im Iran, in Nordindien und Nepal und verfügt über eine große Erfahrung auf dem Gebiet der Geschichte der orientalischen Teppichkunst. Er vermittelte den Zuhörern Interessantes zu Herkunft, Bedeutung und aktuellen Trends einer uralten Handwerkskunst. Früher ein Muss in deutschen Wohnzimmern, sind Orientteppiche seit Kurzem in Innenarchitektur und Designmagazinen wieder voll im Trend. Aber Orientteppiche sind mehr als nur glamouröse Luxusartikel.

Manfred Hanke ging hierbei auch auf die Geschichte des Deggendorfer Hafens ein, der 1992 neben Duisburg zum zweiten deutschen Binnen-Freihafen wurde. Hiermit eng verknüpft war die Geschichte der Deggendorfer Firma HADEG, die von Hanke gegründet und geführt lange Jahre sozial verantwortlichen Teppichgroßhandel betrieb. Hanke ging hierbei eindringlich auf die früher enorme Problematik der Kinderarbeit auch in den Teppichmanufakturen Südasiens ein. So setzte HADEG in den sie beliefernden Knüpfzentren nicht nur auf strenge Kontrollen, sondern gründete beispielsweise in nepalesischen Knüpfdörfern selbst Kindergärten und Schulen. Hanke schilderte auch, wie viele Widerstände hierbei auch gerade in den armen Familien zu überwinden waren und welcher materiellen Anreize es bedurfte, dass in patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen Mädchen erstmalig zur Schule gehen durften.

Manfred Hanke vermittelte anhand vieler mitgebrachter exemplarischer Teppichmuster den Zuhörern, wie Wollqualität, Knüpfdichte und Stil den Wert und auch die Beständigkeit von Orientteppichen beeinflussen. Und er ging auch auf den aktuellen Teppichmarkt und Prognosen für die Zukunft ein: Während der Teppichmarkt bis in die neunziger Jahre hinein boomte und dies beispielsweise in den USA auch heute noch tue, kam der Orientteppich in Westeuropa außer Mode.

Gebrauchte Teppiche seien derzeit gerade auch in Auktionen oft sensationell günstig weit unter Wert zu haben. Dies werde derzeit von Großsammlern auch unter spekulativen Gesichtspunkten genutzt, riesige Sammlungen zu erwerben. Hierbei sei auch förderlich, dass Teppiche leicht und platzsparend zu lagern seien. Die größte Gefahr ginge für die Teppiche noch von klimatischen Einflüssen und Mottenbefall aus. Manfred Hanke beschrieb auch, wie Privatleute ihre Teppiche vor Motten schützen können: Durch gute Belüftung, wenn sie ausliegen, und durch ausreichend Mottenpapier, wenn sie eingerollt gelagert werden.


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