16.12.2019, 16:55 Uhr

Kaum Auslastung Jugendherberge Bayerisch Eisenstein muss schließen

Der finanzielle Aufwand für eine notwendige Sanierung und Modernisierung beider Standorte könnte selbst unter Einbeziehung von Investitionszuschüssen der öffentlichen Hand nicht mehr refinanziert werden. (Foto: filmfoto/123RF)Der finanzielle Aufwand für eine notwendige Sanierung und Modernisierung beider Standorte könnte selbst unter Einbeziehung von Investitionszuschüssen der öffentlichen Hand nicht mehr refinanziert werden. (Foto: filmfoto/123RF)

Das Präsidium des Landesverbands Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk hat in seiner Sitzung vom 13. Dezember 2019 die Schließung der beiden Jugendherbergen in Bayerisch Eisenstein und Haidmühle bestätigt. Eine wirtschaftliche Tragfähigkeit beider Häuser könnte auch bei optimistischen Prognosen in den nächsten Jahren nicht erreicht werden.

BAYERISCH EISENSTEIN Das neunköpfige Präsidium hatte bereits in seiner Sitzung vom 27. September 2019 einen entsprechenden Tendenzbeschluss gefasst. Nach intensiven Beratungen während der ordentlichen Sitzung am vergangenen Freitag wurde nun endgültig der Beschluss verabschiedet, die beiden Jugendherbergen in Bayerisch Eisenstein und Haidmühle zum 31. Oktober 2020 zu schließen.

Die Jugendherbergsregion Ostbayern kämpft seit Jahren mit einer deutlichen Überkapazität an Standorten. Die Auslastung der beiden Jugendherbergen Bayerisch Eisenstein und Haidmühle lag deshalb in den vergangenen Jahren bei jeweils unter 30 Prozent. Gleichzeitig steigen die Kosten für Wartung und Instandhaltung der Immobilien seit einigen Jahren immer weiter an. Der finanzielle Aufwand für eine notwendige Sanierung und Modernisierung beider Standorte könnte selbst unter Einbeziehung von Investitionszuschüssen der öffentlichen Hand nicht mehr refinanziert werden.

„Das Jugendherbergswerk in Bayern investiert trotz dieser negativen Rahmenbedingungen weiter in seine Häuser“, versichert so Klaus Umbach, Präsident des bayerischen Jugendherbergswerks. „Dabei achten wir auf eine bedarfsgerechte Ausgewogenheit zwischen den Städten und ländlichen Regionen. Gerade in Ostbayern setzen wir aktuell einen Investitionsschwerpunkt im Umfang von sechs Millionen Euro an drei Standorten und stärken auch damit den ländlichen Raum. Zudem verstärken wir alle Anstrengungen zur Qualitätssteigerung bei Ausstattung bzw. Programmangeboten der Häuser und sehen unsere Verantwortung darüber hinaus in der Verbesserung der Öko-Bilanz der Jugendherbergen. Vor diesem Hintergrund und dem Gebot, auch wirtschaftlich nachhaltig zu arbeiten, müssen wir unsere Ressourcen bündeln. Zur Schließung der beiden Jugendherbergen in Ostbayern gab es deshalb keine überzeugende Alternative“, so Klaus Umbach.

Bis zur Schließung der Häuser Ende Oktober 2020 sind Buchungen von Übernachtungen und pädagogisch begleiteter Programme jederzeit möglich. Den Reisenden, die Ostbayern und den Bayerischen Wald besuchen wollen, stehen weiterhin die Jugendherbergen in Passau, Saldenburg, Neuschönau, Furth im Wald, Waldmünchen und Trausnitz zur Verfügung.


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