05.04.2019, 12:24 Uhr

Geotage starten Biotope in der Industriestadt Burghausen

(Foto: Tobias Spaeth)(Foto: Tobias Spaeth)

Artenzählung durch Experten

BURGHAUSEN. Bei den „Geotagen“ werden Flora und Fauna in unterschiedlichen Burghauser Stadtgebieten genau unter die Lupe genommen. Zudem gehen die Experten dabei auch zusammen mit der Bevölkerung „auf die Pirsch“. Auftakt der Veranstaltungsreihe ist am Mittwoch, 10. April, der Vortrag „Die Gunst der Fuge“ von Prof. Michael Hohla.

Burghausen. Mit dem Salzachdurchbruch hat Burghausen nicht nur eine geologische Besonderheit, sondern auch einen Hotspot biologischer Vielfalt. Doch nicht nur an der frei fließenden Salzach oder im Wöhrseegebiet findet man zahlreiche Arten, sondern auch die Industriestadt bietet unterschiedliche Biotope. Mit der Äskulapnatter und dem Waldrapp hat sich zum Beispiel eine Fauna im Stadtgebiet etabliert, die man nicht im direkten (Wohn-)Umfeld erwartet. Artenvielfalt in und um die Industriestadt stellt in Burghausen keinen Widerspruch dar. Durch die Arbeit des Umweltamtes in der Biotoppflege weist das Stadtgebiet einen großen Reichtum an Arten auf. Wie der Fischzustandsbericht 2018 deutlich macht, sind aber nicht alle Biotope in einem guten Zustand.

Um zukünftig genaue Daten zu haben, wie die biologische Vielfalt in Burghausen genau aussieht und wo Arten schwinden, machen sich unter dem Motto „Geotage“ die nächsten Monate mehrere Experten alleine oder zusammen mit der Bevölkerung daran, eine Bestandsaufnahme durchzuführen. „In diesem Jahr richten wir unseren Blick in und um die Salzach. Schmetterlinge, Fledermäuse und Insekten werden im Wöhrseebecken und in den Stadtparks bestimmt. Der Bestand der Pilze und der Flora wird in den Wäldern entlang der Salzach erhoben“, so der Umweltreferent der Stadt, Gunter Strebel, der die Geotage organisiert. Im Winter sollen diese Funde ausgewertet und öffentlich vorgestellt werden. In den nächsten Jahren sind weitere Exkursionen vorgesehen um die Ergebnisse für die Biotoppflege letztendlich zu veröffentlichen.

Die öffentlichen Termine und die Anmeldeformalitäten zu den einzelnen Exkursionen, die ab Mai starten, werden zusammen mit der stellvertretenden „Leittierart“ noch gesondert bekanntgegeben.

Auftaktveranstaltung für das „Geojahr“ in Burghausen ist im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der Vortrag „Die Gunst der Fuge - eine Betrachtung zu Pflanzen an allen möglichen und unmöglichen Orten unserer Region“, von Prof. Michael Hohla am Mittwoch, 10. April, um 19 Uhr, im Bürgerhaus. Dörfer und Städte bieten vielen, oft unscheinbaren Pflanzen gute Bedingungen. Unbeachtet begleiten sie alltägliche Wege. Prof. Michael Hohla zeigt typische städtische Lebensräume, bringt viele Beispiele von erfolgreichen urbanen Bewohnern und analysiert den Lebensraum sowie die Veränderungen dieser ganz speziellen Flora.

Um „Heimische Wiesenbrüter“ geht es in einem Vortrag von Alexander Scholz am Donnerstag, 11. April, um 19 Uhr im Bürgerhaus.

„Laudato Si - der Aufruf zur ökologischen Umkehr“ lautet die Veranstaltung mit Sepp Holzbauer am Freitag, 12. April, von 15 bis 18 Uhr im Haus d. Begegnung.


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