30.10.2018, 09:58 Uhr

Wissenschaftsstadt Burghausen „Chemie Diamant“ für Gastprofessorin der TUM

(Foto: Anton Mack)(Foto: Anton Mack)

In Würdigung ihrer herausragenden wissenschaftlichen Erfolge auf dem Gebiet der Bioorganischen, Metallorganischen und Medizinischen Chemie zeichnete die Stadt Burghausen Prof. Angela Casini (Cardiff/GB) mit dem Burghausen Chemistry Award aus.

BURGHAUSEN/MÜNCHEN. Casini ist Hans Fischer Senior Fellow am Institute for Advanced Study der Technischen Universität München (TUM). Der auch „Chemie Diamant“ genannte Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

International höchst anerkannt, erforscht Angela Casini die biologischen Effekte, die von metallbasierten Medikamenten ausgehen. Aktuelle Schwerpunkte sind organo-goldbasierte Therapeutik, sowie Anwendungsoptionen für metallbasierte Verbindungen der chemischen Biologie, Drug delivery, Krebstherapie und Physiologie.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit in der IAS Focus Group „Medicinal and Bioinorganic Chemistry“ stehen die strukturelle Charakterisierung neuer metallorganischer Komplexverbindungen und supramolekularer Komplexe sowie deren biologische Wirkmechanismen in Kombination biophysikalischer, analytischer, pharmazeutischer und computerbasierter Methoden.

„Die bei Angela Casini besonders ausgeprägte Interdisziplinarität hat die chemische Forschung in die medizinische Forschung geleitet und bisher weitgehend unbeachtete Interaktionspotentiale aktiviert“, sagte der Laudator, Präsident Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann im TUM Akademiezentrum Raitenhaslach. „Die Ehre, von Thomson Reuters im Jahr 2014 zu den ‚worldwide most influential scientific minds in Pharmacology‘ ernannt zu werden, zeigt die hohe Relevanz und Aussagekraft der in Deutschland sträflich unterrepräsentierten Programmatik für die Wirkstoffforschung von morgen.“

Bekenntnis zur Chemie als Wissenschaft und Industrie

Den Burghausen Chemistry Award verleiht die Wissenschaftsstadt für außergewöhnliche Ergebnisse auf dem Gebiet von Bildung, Forschung und Lehre in der Chemie, um die zentrale wirtschaftliche Bedeutung der chemischen Industrie im südostbayerischen Chemiedreieck zu unterstreichen.

„Mit ihrer wissenschaftlichen Ausbildung in Florenz, Stationen in Pisa, Lausanne und Groningen und nun tätig im britischen Cardiff und auf dem Garchinger Forschungscampus der TUM, steht Angela Casini exemplarisch für die Internationalität des ‚Burghausen Chemistry Awards‘“, so Hans Steindl, Erster Bürgermeister der Stadt Burghausen und Ehrensenator der TUM. Er ging in seiner Ansprache mahnend auf den für ein international wettbewerbsfähiges Land essentiellen Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ein. Präsident Herrmann ergänzte, „dass eine weitsichtige Wirtschaftspolitik industriefreundlich sein muss, damit sich unsere leistungstragenden Industrien nicht ins Ausland verabschieden.“

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 550 Professorinnen und Professoren, 42.000 Studierenden sowie 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands.


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