Ärger über seltsamen „Hausbesuch“:

Tierschutz übertrieben? „Katzentante“ in Wohnung

02.11.2017 | Stand 09.01.2021, 22:58 Uhr
Mike Schmitzer
−Foto: Foto: Privat

Tierschützerin soll Amtsanmaßung begangen haben. Sie bestreitet dies

EMMERTING Vor wenigen Tagen in einem Mehrfamilienhaus in Emmerting. Es klingelt an der Wohnungstür einer 25-jährigen Katzenbesitzerin. Vor der Türe steht eine Tierschützerin und möchte in die Wohnung hinein, weil sie einen Hinweis einer Nachbarin bekommen habe, dass die Katzen möglicherweise schlecht gehalten würden.

Soweit sind die Berichte der Tierschützerin und der Wohnungsmieterin deckungsgleich. Und danach driften sie weit auseinander. Es steht Aussage gegen Aussage.

Die 25-jährige Katzenbesitzerin beschwört, die unbekannte Dame an der Wohnungstüre habe sich als Mitarbeiterin des Veterinäramtes ausgegeben. Außerdem sei sie im Auftrag der Gemeinde Emmerting und der Burghauser Tierhilfe unterwegs, soll sie gesagt haben. „Ich war überzeugt, dass es sich um eine Amtsperson handelt, sonst hätte ich die Frau doch niemals in meine Wohnung herein gelassen.“ Die Dame, in Wahrheit eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Tierhilfe Inn-Salzach, beteuert hingegen, sie habe sich genau als solche zu erkennen gegeben und nicht etwa als Mitarbeiterin des Veterinäramtes.

„Ich habe nur gesagt, dass die Tierhilfe Inn-Salzach mit der Gemeinde Emmerting zusammenarbeitet. Die Dame hat sogar gesagt, sie kenne die Tierhilfe, weil sie da mal ehrenamtlich mitarbeiten wollte. Ich fragte, ob ich die Mieze anschauen darf, weil ich die Sache sonst dem Veterinäramt melden müsste. Die Frau war anfangs sehr abweisend aber irgendwann meinte sie, dass ich dann eben schnell hereinkommen solle.“

Eine Nachbarin hatte sich beschwert

Vorausgegangen war dem „Besuch“ übrigens eine Beschwerde einer Nachbarin.

„Die ist im Haus herumgerannt, hat sich alles angesehen und nebenbei geschimpft, dass die Zustände auf dem Balkon, wo sich die Katzen manchmal aufhalten, nicht in Ordnung seien.“

Dass eine ihrer Katzen recht oft miauen würde und das manchen Nachbarn missfällt, ist der Emmertingerin bekannt.

„Ich kann das Tier ja nicht in Luft auflösen. Ich habe schon einige Verkaufsanzeigen aufgegeben (es handelt sich um eine sehr wertvolle Katze), um sie in gute Hände zu geben, aber bisher keinen zuverlässigen Platz gefunden.“

Nach dem Auftritt der Katzenschützerin in ihrer Wohnung begab sich die Emmertingerin noch am selben Tag zur Polizei um eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch zu machen. Die Polizei teilte ihr aber gleich mit, dass sie wenig Chancen auf Erfolg hätte, weil sie die Unbekannte ja selbst hereingelassen hätte.

Sehr schnell reagierte das Veterinäramt, als es Kenntnis von dem Vorfall bekam. Zwei Tage später erhielt die 25-jährige Katzenbesitzerin unangekündigten Besuch von zwei Veterinäramtsmitarbeitern.

Die beiden befragten die Emmertingerin nicht nur bezüglich der möglichen Amtsanmaßung, sie kontrollierten auch die Katzenhaltung - und diese war ohne Beanstandung ...

Inzwischen denkt die Mitarbeiterin der Tierhilfe Inn-Salzach über eine Gegenanzeige nach. Wir halten euch auf dem laufenden.

Altötting