Landkreis-SPD bei Verkehrskonferenz in Regensburg
Niederbayern darf nicht abgehängt werden

06.07.2017 | Stand 27.07.2023, 3:58 Uhr

Der Ausbau der Schiene darf gegenüber der Straße nicht mehr länger zweitrangig sein, sonst droht Niederbayern auf Sicht abgehängt zu werden, war sich eine Abordnung der SPD-Kreisverbandes bei einer Verkehrkonferenz in Regensburg sicher.

DINGOLFING-LANDAU Die Abordnung mit SPD-Kreisvorsitzenden Bernd Vilsmeier (2. v.re.) nahm an der vom SPD-Europaabgeordneten Ismail Ertug aus Amberg (2. v.li.) organisierten Verkehrskonferenz mit Schwerpunkt Schienenverkehr in Ostbayern in Regensburg teil. Viele Vertreter von Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbänden nutzten die Gelegenheit, mit hochkarätigen Referenten wie dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn Rüdiger Grube oder Matthias Ruete von der Europäischen Kommission, die Anbindung Ostbayerns an den nationalen und europäischen Schienenverkehr zu diskutieren.

Während für die Oberpfalz ganz klar die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg im Vordergrund steht, hat für Niederbayern und auch Dingolfing-Landau die Anbindung an den Flughafen München und die Beschleunigung der Fahrten nach München Vorrang, zu der ein zweigleisiger Ausbau der Strecke Landshut-Plattling gehört. Wenn der Flughafen München mit einer dritten Startbahn weiter ausgebaut werden soll, dann darf die verkehrstechnische Anbindung insbesondere mit der Bahn nicht nachhinken, so SPD-Kreisvorsitzender Vilsmeier. Schon bei der Eröffnung des Flughafens München1992 wurde gewitzelt, dass der Flughafen München der einzige Flughafen der Welt sei, der nur aus der Luft erreichbar ist.

Bahnchef Grube machte deutlich, dass beim Anschluss zum Flughafen eindeutig die bayerische Staatsregierung am Zuge sei, um endlich die Baureife für ein Konzept herzustellen. Eine Fernbahnanbindung des Flughafens München ist bisher nicht angedacht, da die technischen Voraussetzungen fehlen. Für den Ausbau des Schienennetzes in Deutschland ist rechtlich das Verkehrsministerium in Berlin zuständig, die Bahn ist für den Betrieb verantwortlich. Für die Organisation und den Fahrplan im Schienennahverkehr ist seit der Bahnreform ebenfalls allein der Freistaat verantwortlich, so der Bahnchef.

Ein weiteres wichtiges Projekt für Niederbayern ist der Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Burghausen, um die dortige Industrie anzubinden. Wenn dort nichts passiert, drohe Abwanderung von Investitionen, die für das südliche Niederbayern lebensnotwendig sind, so Vilsmeier. Weiterhin müssten die ostbayerischen Schienennetze besser in das europäische Netz eingebunden werden, da seit dem Fall des Eisernen Vorhangs die Zentren in Ostbayern wieder im Herzen Europas liegen. Ein Beispiel sei hier die Strecke München-Prag, die bisher eine echte „Weltreise“ darstelle. Nur mit gut ausgebauten Netzen kann mehr Fracht auf die Schiene verlagert werden. Leider sei in den letzten Jahrzehnten die Schiene gegenüber der Straße sträflich vernachlässigt worden. Während seit dem Zweiten Weltkrieg allein mehr als 10.000 Kilometer Autobahnen neu gebaut wurden, wurden ganze 950 Kilometer Schiene neu gebaut.

Dingolfing-Landau