Bittere Pille

Last-Minute-Pleite: Rote Bullen nehmen Wackerianer in letzter Sekunde auf die Hörner

07.07.2017 | Stand 05.01.2021, 3:27 Uhr
Michael Kolpe
−Foto: n/a

Trotz Überzahl musste der SV Wacker auch in der dritten Partie eine Niederlage einstecken. Nach knapp fünf Monaten gab Youssef Mokhtari sein Comeback.

BURGHAUSEN Geld gewinnt doch Spiele, so könnte das Motto der Partie des SVW Burghausen gegen RB Leipzig lauten. 2,5 Millionen Jahresetat der Burghauser traf am heutigen Samstag, 10. August, in der Wacker Arena auf geschätzte 19 Millionen, die den Bullen aus Leipzig zur Verfügung stehen sollen.

Um so höher ist die Leistung von Donkovs Jungs einzuschätzen, die mit einer kämpferisch und spielerisch sehr ambitionierten Leistung aufwarteten und den Sachsen lange Paroli boten. Einziges Manko: Die Burghauser versäumten es, nach der Roten Karte für Tobias Willers (Notbremse an Angelo Hauk) ihre nummerische Überzahl entscheidend zu nutzen. So kam es, wie es kommen musste: Quasi mit dem Schlusspfiff kassierte der SVW den zweiten Gegentreffer durch Dominik Kaiser, der die zum Teil enthusiastisch mitgehenden Fans in eine Schockstarre versetzte. 

Als verdient aber glücklich bezeichnete Gäste-Trainer Alexander Zorniger den Sieg seiner Truppe. Glücklich wäre in diesem Zusammenhang der Zeitpunkt des Tores. „Jede Mannschaft sollte tunlichst vermeiden, uns vor dem Abpfiff abzuschreiben”, so der RB-Coach, der für seinen Verein eine klare Zielstellung ausgibt: „Wir haben das Ziel, die Mittel und wissen den Weg”, so Zorniger, der langfristig mit den Leipzigern den Aufstieg in die erste Bundesliga plant.

Von diesen Zielen ist der SVW natürlich Lichtjahre entfernt. Mit drei Niederlagen aus drei Spielen finden sich Donkovs Jungs im Tabellenkeller wieder – und das vor den schweren Aufgaben in Erfurt (3.) sowie gegen den SV Wehen-Wiesbaden (1.). Von Frust wollte Donkov aber nicht sprechen: „Wir sollten den Kopf oben halten. Wir haben gegen eine spielerisch starke Mannschaft defensiv gut dagegengehalten, die Räume eng gemacht und wenig zugelassen. Ein Punkt wäre auf jeden Fall verdient gewesen”, so Georgi Donkov, der mit einer besonderen Personalie überraschte:

Nach fast fünf Monaten gab Youssef Mokhtari das von den Fans heiß ersehnte Comeback. Trotz überschaubarer Fitness durfte „Moki” für knapp 20 Minuten ran. Entscheidende Akzente konnte Mokhtari nicht setzen. Trotzdem zeigte sich Donkov nicht unzufrieden, obwohl der Trainer auch weiß, dass die Fitness Mokhtaris hinzubekommen, nicht einfach werde. Zur Erinnerung: Moki trainiert erst seit wenigen Tagen wieder mit der Mannschaft.

Rätselraten gibt es weiter um die mögliche Verpflichtung eines weiteren Stürmers, der die Tormisere beheben soll. Wunschspieler Ciarrocchi aus Bellinzona durfte heute schon einmal Wacker-Luft schnuppern, als er vor der Partie von Stadionsprecher Martin Gruber interviewt wurde. Vor einer Verpflichtung gibt es aber noch viele Hürden zu überwinden. Bellinzona steht vor der Insolvenzeröffnung (Wochenblatt berichtete) und der Stürmer hat seit Monaten kein Gehalt vo seinem Verein gesehen. Trotzdem verweigert Bellinzona die Freigabe des Stürmers. Eine Verpflichtung könnte aber nur erfolgen, wenn Ciarrocchi ablösefrei wäre.

Wenig erfreut war in diesem Zusammenhang Präsident Klaus Schultheiss über eine Äußerung seines WBFG-Geschäftsführers Florian Hahn, der unter der Woche in der PNP verlauten ließ, den Stürmer durch Mokis Gehaltsverzicht und ein mögliches Privatsponsoring – Hahn dachte dabei wohl an Schultheiss – zu stemmen wäre. „Diese Aussage war mit mir in keinster Weise abgestimmt”, so ein verärgerter Präsident gegenüber dem Wochenblatt. 

Altötting