19.07.2014, 13:26 Uhr

Fortbildung Kreisjugendamt Kelheim schult Pflegeeltern: "Besuchskontakt – Segen oder Fluch?"

Foto: Kreisjugendamt KelheimFoto: Kreisjugendamt Kelheim

Das Kreisjugendamt Kelheim veranstaltet in regelmäßigen Abständen Fortbildungsveranstaltungen für Pflegeeltern des Landkreises Kelheim, in denen die Pflegefamilien über die aktuellen Gegebenheiten und Belange der Pflegekinder informiert werden.

LANDKREIS KELHEIM So wurden die Pflegeeltern am vergangenen Samstag, 12. Juli, im Landratsamt Kelheim im Rahmen einer Seminarveranstaltung über Besuchskontakte zwischen ihren Pflegekindern und deren Herkunftsfamilie geschult.

Zentraler Punkt des Vormittags war die fachliche Einführung in die Thematik Besuchkontakte zwischen den Pflegekindern und der Herkunftsfamilie unter dem Motto "Besuchskontakt – Segen oder Fluch?" durch die Referentin Kerstin Schaeffer-Fenzl. Als Heilpraktikerin mit eigener Praxis auf dem Gebiet Psychotherapie gelang es Frau Schaeffer-Fenzl die fachliche und theoretische Seite des Spannungsfeldes der Besuchskontakte darzustellen. Aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen als langjährige Pflegemutter war es ihr möglich, die theoretischen Aspekte dieses Spannungsfeldes mit dem Alltag einer Pflegefamilie zu verknüpfen und den Pflegeeltern unterschiedliche Problembereiche der Beteiligten zu verdeutlichen.

Die rund 30 teilnehmenden Pflegeeltern wurden zunächst über die aktuelle rechtliche Situation im Bereich der Besuchskontakte informiert. Im weiteren Verlauf wurden sie an die Thematik des Spannungsfeldes „Besuchskontakt- Segen oder Fluch“ aus den unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Personen, wie Pflegekinder, Pflegeeltern, Herkunftsfamilie, Jugendamt und Gericht herangeführt.

"Letztlich muss die individuelle Situation jedes einzelnen Pflegekindes betrachtet werden. Ob, wie und unter welchen Umständen die Besuchskontakte zwischen der Herkunftsfamilie und den Pflegekindern stattfinden können und welche zusätzlichen Unterstützungen notwendig sind. Es erfordert eine hohe Sensibilität aller beteiligten Personen für die Situation des Pflegekindes, damit die Kontakte sich positiv gestalten und gut gelingen können", so Schaeffer-Fenzl.

Weiter beschäftigten sich die Teilnehmer der Veranstaltung mit diversen Fragestellungen, wie z.um Beispiel: Welche Möglichkeiten hat das Jugendamt die Pflegekinder zu unterstützen und gegebenenfalls auch zu schützen? Wie geht es den Herkunftsfamilien mit und in der Situation der Besuchskontakte? Wie geht es den Pflegekindern im Spannungsfeld zwischen und mit zwei Familien? Und nicht zuletzt, welche Auswirkungen können die Besuchskontakte auf die Pflegekinder und deren Entwicklung haben?

"Manchmal kann es daher auch erforderlich sein, dass der Kontakt zur Herkunftsfamilie unter- oder abgebrochen werden muss, um das Kind und dessen Entwicklung nicht weiter zu beeinträchtigen oder zu gefährden. Dies sind immer sehr schwierige Situationen für alle Beteiligten", so Dr. Marco Merk, Gruppenleiter Soziale Dienste im Kreisjugendamt Kelheim zum Thema "Spannungsfeld Besuchskontakt".

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich einerseits mit ihren zuständigen Fachkräften in lockerer Atmosphäre auszutauschen, andererseits konnten sich die Pflegefamilien unter einander kennen lernen und ins Gespräch kommen.

"Alles in allem eine rundum gelungene Veranstaltung für und mit unseren Pflegefamilien", so Andrea Hertlin, Fachkraft im Bereich Pflegekinderdienst des Kreisjugendamtes Kelheim. 2Wir freuen uns sehr über die rege Teilnahme unserer Pflegeeltern an den Fortbildungen. Wir hoffen, dass sich auch in Zukunft immer wieder engagierte Familien und Personen finden, die bereit sind, Kindern und Jugendlichen eine Chance zu geben, sie bei sich im Haushalt aufzunehmen, mit ihnen zu leben und einen entscheidenden Beitrag für eine positive Zukunft dieser Kinder leisten, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können."

Um für Kinder und Jugendliche, die nicht im Haushalt der eigenen Familie aufwachsen können eine geeignete Pflegefamilie zu finden, werden im Landkreis Kelheim immer wieder Pflegefamilien bzw. Pflegepersonen gesucht. Wer Interesse daran hat, einem oder mehreren Kindern und Jugendlichen ein Zuhause zu geben, bekommt beim Kreisjugendamt Kelheim weitere Informationen. Kontaktpersonen sind Andrea Hertlin (09441/ 207-398), Ursula Schmid (09441/ 207-273) und Beate Wittmann (09441/207-276).


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