14.02.2014, 10:00 Uhr

Rechtsextremistischer Hintergrund? Plakate zur ”Feuernacht von Dresden"

Journalist Thomas Kubert hat jahrelang undercover in der Rechtsrock-Szene in Deutschland und Europa recherchiert. Foto: Thomas KubanJournalist Thomas Kubert hat jahrelang undercover in der Rechtsrock-Szene in Deutschland und Europa recherchiert. Foto: Thomas Kuban

Die Polizei ermittelt, offenbar Plakate im ganzen Landkreis. (Symbolfoto Archiv).

TEISENDORF/BERCHTESGADENER LAND UPDATE:

In der Nacht auf Freitag, 14. Feburar, wurden an verschiedenen Stellen im Dienstbereich der Polizeiinspektion Freilassing auffällige, orangefarbene Transparente (300x50 Zentimeter groß) mit der Aufschrift „Vergesst nicht die Feuernacht von Dresden“ aufgefunden. Bislang unbekannte Personen hatten die Schriftstücke in Freilassing, Ainring und Teisendorf öffentlich aufgehängt. In Freilassing und Ainring wurden dazu die örtlichen Wahlständer für die Kommunalwahl verwendet – in Teisendorf befestigte man in unmittelbarer Nähe des Kriegsgräberdenkmales ein Plakat auf zwei Pfosten.

Die Plakate nehmen offensichtlich Bezug auf die Bombadierung von Dresden am 13. 02.1945. Wenn gleich es zur Urheberschaft der Schriften keine konkreten Hinweise gibt, geht die Polizei von einer Aktion der rechten Szene aus. Auf einschlägigen Internetseiten wurde zu einer Demonstration in Tschechien unter dem Motto „Ein Licht für Dresden“ am 15.02.2013 aufgerufen – eine zuvor für 13.02.2013 in Dresden geplante Neonazi-Kundgebung war abgesagt worden.

Obgleich dieses Hintergrundes stellte die Polizei bei der Plakataktion keine strafrechtlich relevanten Handlungen in Bezug auf den Inhalt fest . Auch wurde durch das Befestigen nichts beschädigt oder fremdes Hausrecht verletzt. Geprüft wird nur noch, ob eine Ordnungswidrigkeit nach dem Pressegesetz wegen dem fehlenden Impressum vorliegt. Sämtliche Plakate wurden von den Kommunen umgehend entfernt.

Meldung vom Freitag:

„Vergesst nicht die Feuernacht von Dresden" – ein Plakat mit diesen Worten stellten Unbekannte in der Nacht auf Freitag, 14. Februar, schon zum zweiten Mal vor dem Kriegerdenkmal mitten in der Marktgemeinde Teisendorf auf. Das Plakat ist zwischenzeitlich entfernt, offenbar gibt es Hinweise darauf, dass solche Plakate im ganzen Landkreis aufgetaucht sind, die Polizei ermittelt.

Was war die Feuernacht von Dresden? Von 13.  auf 14. Februar 1945 bombardierten US-amerikanische und britische Flieger in vier Wellen die Stadt Dresden und hinterließen eine Spur der Verwüstung, die gesamte Innenstadt stand in kürzester Zeit in Flammen, die Stadt versank laut einem Bericht des Focus im Inferno (Bericht hier). Auch die Frauenkirche stürzt einem Tag nach diesem Bombardement ein.

Naheliegend ist also, dass das Plakat aus rechtsextremistischem Antrieb aufgestellt wurde. Offiziell gibt es dazu jedoch noch keine Auskunft. Wer das oder die Plakate aufgestellt hat, ist nicht bekannt.

Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Südost in Rosenheim mitteilt, schaut die Polizei im hiesigen Bereich der rechtsextremen Szene „ganz besonders auf die Finger". Bei jeder noch so kleinen Begebenheit rückt die Polizei aus. Unter anderem wurden im Bereich Traunstein - Freilassing in den vergangenen Jahren immer wieder Flugblätter verteilt. Die Textinhalte bewegen sich in der Regel jedoch auf juristisch sicheren Boden, meistens seien sie laut Polizei rechtlich nicht zu beanstanden.

Der Wortlaut allerdings lässt eindeutig darauf schließen, dass die Flugblätter einen rechsextremen Hintergrund haben. Ebenso eindeutig ist die Botschaft des Plakates. Wir halten Sie auf dem Laufenden.


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