19.11.2013, 00:00 Uhr

Nach Berichten über Sex im Amt: Welle der Solidarität für Landrat!

Foto: Susanne KargusFoto: Susanne Kargus

Reaktionen: Bevölkerung im Landkreis Regen steht hinter Landrat Michael Adam. Am Freitag organisieren seine Fans eine Pro-Adam-Demo in Regen.

REGEN Landrat Michael Adam hatte Sex. Mit einem 20-Jährigen im Landratsamt. Das ist die Nachricht, die seit dem Wochenende viel medialen Staub aufwirbelt. Dabei erhält er aus der Bevölkerung zumindest weitgehend Rückendeckung – denn der Tenor der öffentlichen Meinung auf facebook & Co. spricht eine eindeutige Sprache. Für Freitag, 22. November, soll um 19 Uhr am Regener Stadtplatz eine Pro-Adam-Demo stattfinden. Das Motto: „Zeigen wir’s dem Rest von Deutschland, dass wir Waidler nicht hinterm Mond leben, sondern zusammenhalten!“

„Es geht niemand was an! Das alles hat mit seiner Position und seiner Arbeit nichts zu tun. Privat sollte privat bleiben und nur zwischen ihm und seinem Mann ausgefochten werden“, schreibt zum Beispiel Melly Tetek auf der facebook-Seite des Bayerwald Wochenblattes. „Nur weil in der Gesellschaft Mann / Mann und Frau / Frau immer noch was besonders ist wird gleich draufgetreten. Hätte Hr. Adam Sex im Büro mit einer Frau gehabt wäre es wohl nicht so interessant gewesen. Sex im Büro hatten wohl schon einige in Deutschland und wen interessierts?“, so Markus Hahnel, denn schließlich sei Adam „ein Mensch wie jeder andere auch...fertig“, so Yasmin Schafhauser. Diana I-bins mag den Wirbel ebenfalls nicht verstehen: „Haben die Leute kein eigenes Privatleben, weil sich alle auf seines stürzen?“, fragt sie. Deshalb mahnt Yvonne Felgentreu auch ein Ende der Hetze an: „Er hat seinen Fehler zugegeben und sich entschuldigt, und damit soll die Sache jetzt endlich mal vom Tisch sein...“. Aber vielleicht fasst es ja Alex Schneider umfassend zusammen, wenn er schreibt: „Verblöden jetzt alle...interessiert doch keine Sau!“

Landrat Michael Adam – seiner Beliebtheit scheint die Sex-Geschichte keinen Abbruch zu tun. Weil, so schreibt Max-Josef Kuchler in facebook: „Seine Arbeit und seinen Einsatz für uns im Landkreis Regen hat das sicher nicht beeinflusst! Wir wollten und haben einen Landrat mit Ecken und Kanten der sicher, wie jeder Mensch, Fehler macht!“ Was Adam vielleicht schaden sollte, könnte ihm letztlich doch auch Rückenwind verschaffen, denn er kann sich auf das Vertrauen in seine Arbeit verlassen: „Er ist ein guter Landrat. Und das ist wichtig!“, versichert ihm Elke Metzger-Redlich.

So und ähnlich stellen sich mindestens 80 Prozent sich hinter Landrat Adam und bekunden das auch öffentlich – beispielsweise bei facebook, wo das Bayerwald Wochenblatt die Leserinnen und Leser um ihre Meinung zur sogenannten „Affäre“ fragte.

Die Schäferstündchen im Landratsamt schlugen sich am Montag in allen Zeitungen Deutschlands nieder. Aber warum, wie kam das so plötzlich? Schließlich machte Adam seit seiner Wahl zum Bürgermeister von Bodenmais vor über fünf Jahren nie einen Hehl aus seiner sexuellen Ausrichtung. Dass er kein Kind von Traurigkeit sei, auch daran ließ er nie Zweifel. Und anders als so mancher gestandene Politiker, der eine „Sex-Affäre“ durchzustehen hatte, rannte Adam nie mit dem erhobenen Zeigefinger der Moral durch das Leben. Wo stecken die Drahtzieher dieses medialen Rummels? Stehen möglicherweise ein Disco-Betreiber und dessen Security-Firma dahinter, die in den vergangenen Wochen hart von Michael Adam angegriffen wurden, der ihnen gewalttätige Übergriffe an jungen Gästen vorwarf? Zumindest darf die Frage gestellt werden, wenn der Sohn des Disco-Betreibers in Facebook den Bild am Sonntag-Artikel postet und dazu schreibt: „Läuft doch :D“

Eine gezielte Kampagne vermutet auch Adam, der sich für seinen Fehltritt öffentlich entschuldigt – auch und vor allem bei seinem Partner, der erst am Wochenende von der Affäre erfuhr – quasi aus der Presse. Das Paar hat sich zurück gezogen, die Handys ausgeschaltet – und, so lässt Landratsamts-Sprecher Heiko Langer durchblicken, beide Männer sind psychisch schwer angeschlagen. Landrat Michael Adam hat sich der Öffentlichkeit nicht entzogen, er ist nach dem medialenWirbel persönlich so angeschlagen, dass er sich eine Auszeit nehmen musste.


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