26.06.2020, 09:47 Uhr

Alle Jahre wieder Der Eichenprozessionsspinner macht sich breit

Die Raupen sammeln sich zu Gespinsten.  Foto: LRA Straubing-BogenDie Raupen sammeln sich zu Gespinsten. Foto: LRA Straubing-Bogen

Alle Jahre wieder... kommt der Eichenprozessionsspinner in den Landkreis Straubing-Bogen. Auch 2020 tritt er wieder auf. Zwar offensichtlich nicht so massiv, aber doch in vielen Teilen des Landkreises. Der Schwerpunkt liegt auch in diesem Jahr in der Stadt Bogen und an der Kreisstraße bei Muckenwinkling, wo der Eichenprozessionsspinner jeweils in größeren Populationen vorkommt.

Straubing-Bogen. Der Forstschädling befällt ausschließlich Eichen. Für die Bäume ist er bei vereinzeltem Auftreten noch ungefährlich. Zwar werden die Blätter abgefressen, aber die Eichen erholen sich. Das Gefährliche ist aber, dass die winzigen Brennhaare der Raupen giftiges Eiweiß enthalten, das beim Menschen bei Kontakt oder Einatmen allergische Reaktionen auslösen kann. Hautausschlag, Reizung der Mund- und Nasenschleimhaut und Brennen in den Atemwegen können mögliche Folgen sein.

„Nach der Fraßtätigkeit der Raupen ab April bis in den Juni folgt eine mehrwöchige Puppenruhe in großen Gespinstnestern am Baum, bevor der unscheinbare Schmetterling ausfliegt. Dieser legt wieder Eier ab, die überwintern und im kommenden Jahr mit dem Schlüpfen der Jungraupen im April wieder von neuem die Eiche befallen“, erläutert Harald Götz, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege. Eine Gefährdung für den Menschen stellen aber nicht nur die Raupen, sondern auch die am Baum bleibenden Nester der Raupen mit ihren Häutungsresten dar.

Die Bekämpfung geschieht auch in diesem Jahr wieder durch das Absaugen der Raupenkolonien und Gespinstnester. Da dies aber sehr aufwendig ist, wird dies nur dort durchgeführt, wo es unbedingt notwendig ist. „Im Aufenthaltsbereich von Personen, in der Nähe von Schulen und Kindergärten zum Beispiel“, nennt Harald Götz Orte, an denen eine Absaugung geplant ist. An neuralgischen Punkten wurden zudem Informationen, Schilder und Absperrungen für die Bevölkerung aufgestellt. Damit will man auf die Gefahr aufmerksam machen und über den Schädling und mögliche gesundheitliche Folgen für den Menschen aufklären. Dazu gehört auch noch eine wichtige Bitte von Harald Götz: „Selbsthilfemaßnahmen wie Abflammen oder Wasserstrahl sollten nicht angewendet werden, da dadurch Brennhaare weiter verbreitet werden.“


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