18.05.2020, 23:08 Uhr

Umwelt 20 Jahre Entsorgungszentrum des ZAW-SR am Sachsenring – wegen Corona entfällt die Feier

Der wilde Charme des Wertstoffhofs in der Schlesischen Straße wurde durch das geordnete Ambiente des neu errichteten Entsorgungszentrums abgelöst.  Foto: ZAW-SRDer wilde Charme des Wertstoffhofs in der Schlesischen Straße wurde durch das geordnete Ambiente des neu errichteten Entsorgungszentrums abgelöst. Foto: ZAW-SR

Einmal hin, alles weg: Im Entsorgungszentrum am Sachsenring können Kunden mit einer Fahrt alle Abfälle entsorgen. Und zwar so, dass sie den richtigen Weg nehmen. Das zeigt die hohe Wiederverwertungsquote von 72 Prozent im Verbandsgebiet des Zweckverbands Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR). Nun wird die Vorzeige-Sammelstelle 20 Jahre alt – wegen Corona gibt es aber keine Feier.

Straubing. Das Entsorgungszentrum wurde am 20. Mai 2000 mit einem attraktionsreichen Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt. Sondermüllannahme, Sperrmüllflohmarkt sowie außerschulischer Lernort sind Alleinstellungsmerkmale und machen das Entsorgungszentrum zum Leuchtturm-Wertstoffhof. Besonders lobten die Besucher die „übersichtliche Anordnung der Abgabebereiche.“ Damals konnten hier 35 verschiedene Wertstoff- und Abfall-Arten abgegeben werden. Inzwischen sind es 46, elf sind dazu gekommen wie Speisefett, CDs, Altholz oder Photovoltaikmodule. Die Vielfalt macht es für die Besucher so attraktiv. Es gibt fast nichts, was man hier nicht entsorgen könnte. „Die Zahl der Besucher im Entsorgungszentrum hat laufend zugenommen“, ist der Eindruck des Geschäftsleiters Anton Pirkl.

Die Übersichtlichkeit hat zwischenzeitlich allerdings etwas gelitten. In den letzten 20 Jahren ist die Entsorgung mancher Abfälle komplizierter geworden. Gerade beim Bauschutt müssen heute Abfälle wie Glaswolle, Asbestabfälle, Glasbausteine oder Gips extra entsorgt werden. Nur wenn der Bauschutt frei von Fremdstoffen bleibt, ist eine Verwertung möglich. Im Bereich der Elektroaltgeräte hat auch eine große Differenzierung stattgefunden. „Manche Regelungen schießen allerdings über das Ziel hinaus und sind in der Praxis kaum umsetzbar“, so Pirkl.

Der Aufgabenumfang im Entsorgungszentrum ist zudem deutlich gewachsen. Hier ist der Tonnenlieferdienst mit zugehörigem Tonnenlager stationiert, ebenso wie ein Sondermüllmobil. „Das Entsorgungszentrum platzt aus allen Nähten. Das größte Problem ist derzeit der Sperrmüll“, sagt Pirkl. Die Erweiterung des Geländes zur Containerlagerung habe die Situation leicht entspannt, weitere Umstrukturierungen seien geplant.

„Was Preise und Gebühren angeht, ist vieles erstaunlicherweise gleich geblieben“, bilanziert Pirkl. Zehn Cent für ein Kilo Flachglas oder acht Euro für einen Feuerlöscher. Verteuert hätten sich dagegen Bauabfälle zur Deponierung wie Bauschutt. Hier habe sich der Preis von 20,50 auf 40 Euro pro Tonne fast verdoppelt. Die Einnahmen aus dem Flohmarkt hätten sich bis 2019 auf 1,8 Millionen Euro summiert.

Mit der Inbetriebnahme des Entsorgungszentrums wurde der ZAW-SR erstmals Ausbildungsbetrieb. Pro Jahr bildet er eine Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft aus – früher Entsorgungsfachkraft. Inzwischen wurde die Zahl der Fachkräfte am Entsorgungszentrum von zwei auf vier aufgestockt.

Entsorgen für ein besseres Morgen: Auch während der Corona-Krise hielt der ZAW-SR das Entsorgungszentrum – vorübergehend als einzige Sammelstelle in Straubing – stets offen.

Die Worte von Festrednerin Umweltstaatssekretärin Christa Stewens beim Tag der offenen Tür im Entsorgungszentrum vor 20 Jahren haben nach Ansicht von ZAW-SR-Geschäftsleiter Anton Pirkl nichts von ihrer Gültigkeit verloren: Es würde auch künftig darum gehen, die Produktions- und Konsumgewohnheiten und damit die Stoffströme zu verändern, damit man sich dem Ideal der Kreislaufwirtschaft nähere. Die Hersteller müssten Verantwortung für ihre Erzeugnisse auch nach Ende der Gebrauchsdauer übernehmen und damit die Vermeidung und Verwertung von Abfällen schon bei Planung, Herstellung und Verteilung der Produkte einbeziehen.


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