22.01.2020, 13:29 Uhr

Traurige Bilanz beim ZAW-SR Kann Bioabfalltrennung so schwierig sein?

Ärgerlich: Aus Plastik wird niemals Kompost! (Foto: ZAW-SR)Ärgerlich: Aus Plastik wird niemals Kompost! (Foto: ZAW-SR)

Aus Plastik wird nie Kompost – mit dieser klaren Botschaft hatte der ZAW-SR seine neue Aufklärung zur richtigen Befüllung der Biotonne eingeläutet. Ein einfaches Prinzip, es scheint aber nur zu funktionieren, wenn die Biotonnen ständig kontrolliert werden.

STRAUBING-BOGEN „Kaum lockern wir die Kontrollen der Biotonne, verschlechtert sich der Bioabfall“. Das ist die traurige Bilanz, die der stellvertretende Geschäftsleiter des Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR) Gangolf Wasmeier nach nunmehr zwei Jahren Biotonnenkontrolle zieht.

„Essentielle Grundlage für eine gute Verwertung von Abfällen ist ihre Sortenreinheit. Das gilt für alle Abfälle. Genau aus diesem Grund müssen Abfälle sortiert gesammelt werden“, so Wasmeier. Eine nachträgliche Sortierung ist in vielen Fällen nicht möglich.

Das zeigt sich gerade auch bei Bioabfällen. Die Biotonne dient der Erfassung von Essensresten und organischen Küchen- und Gartenabfällen. Daraus gewinnt der ZAW-SR Kompost zur Ausbringung auf die Felder der Region, nachdem die Bioabfälle eine Vergärung zur Energiegewinnung durchlaufen haben.

Sind Glas und Kunststoffteile oder andere störende Abfälle im Bioabfall beigemengt, können diese nur bedingt herausgeholt werden. „Sie erschweren auf alle Fälle den Verwertungsprozess erheblich und verursachen gigantische Kosten“ macht Wasmeier deutlich. Manche Störstoffe werden bei der Verarbeitung so zerkleinert, dass sie kein Sieb herausfiltern kann. Damit landen zum Beispiel kleinste Kunststoffpartikel und Glassplitter im Kompost. Sind diese einmal im Boden, sind sie nicht wieder rauszuholen.

Für Gangolf Wasmeier steht eindeutig fest: „Wir wollen weder Mikroplastik noch andere Fremdkörper im Boden und in unserer Pflanzen- und Tierwelt. Die Biotonnen werden ab sofort wieder intensiver kontrolliert und Fehlbefüllungen konsequent geahndet.“ Wer verdorbene Lebensmittel mitsamt der Kunststoffverpackung entsorgt, Plastiktüten einwirft der gar Restmüll in die Biotonne füllt, muss damit rechnen, dass die Biotonne ungeleert stehen bleibt. Der Nutzer muss sich dann um die Entsorgung als Restmüll kümmern oder selbst nachsortieren. Werden die Biotonne dauerhaft falsch befüllt, steht sie für das betroffene Grundstück nicht mehr zur Verfügung.


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