06.08.2019, 14:09 Uhr

Was darf in die Biotonne? ZAW-SR hält an Kontrollen fest

(Foto: ZAW-SR)(Foto: ZAW-SR)

Zweckverband informiert auf der Ostbayernschau

STRAUBING-BOGEN Weißwurst mit Schlagsahne? Emmentaler mit Puderzucker? Das ist wie Biomüll mit Plastik und verdirbt den Kompost. Deshalb überprüft der Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR) seit fast zwei Jahren die Biotonnen. Mit Erfolg. Nun sollen die Kontrollen zur festen Einrichtung werden. An seinem Stand auf der Ostbayernschau informieren Mitarbeiter gerne zur Frage: Rein oder nicht rein: Was darf in die Biotonne?

Falsch befüllte Biotonnen bleiben nicht folgenlos für den Bürger. Seit Beginn der Kontrollen im September 2017 wurden rund 440 Biotonnen abgezogen. „Ganz oft befinden sich in Plastik verpackte verdorbene Lebensmittel in der Biotonne. Wem die Mühe zu groß ist, die Organik von der Verpackung zu befreien, muss sie über die Restmülltonne entsorgen, ebenso wie Zigarettenkippen, Pflanzentöpfe und Katzenstreu“, berichtet Gudrun Späth vom ZAW-SR von verbreiteten Fehlern. Gleichzeitig mit den Kontrollen häuften sich die Anfragen zum richtigen Trennen im Kundenservice.

Gerade auch in Neubaugebieten lässt das Trenn-Verhalten zu wünschen übrig. Und: „Je größer die Nutzergemeinschaft, desto höher ist das Risiko der Vermüllung“, beschreibt eine Mitarbeiterin im Kundenservice die Folgen der Anonymität. Befüllen Nutzer trotz Mahnung die Biotonne wiederholt falsch, werden die Eigentümer angeschrieben.

Der ZAW-SR beabsichtigt, die Inspektionen der Biotonnen beizubehalten. „Vielen Kunden ist eine sinnvolle Verwertung der Abfälle ein echtes Anliegen“, weiß Gudrun Späth. Die Erfolge sprechen für sich: Die beanstandeten Tonnen werden weniger, vor allem wenn der Inhalt mehrmals in Folge überprüft wird. Im Kompostwerk Aiterhofen „sind die Verbesserungen beim angelieferten Material sichtbar“, freut sich Leiter Andreas Lummer. Die Kontrollen tragen dazu bei, mit vertretbarem Aufwand zertifizierten Kompost herzustellen.

„Oft reicht eine einmalige Verwarnung, weil Unwissenheit hinter der falschen Befüllung steckt“, erklärt Gudrun Späth. Allein in diesem Jahr wurden bereits rund 1600 Biotonnen bemängelt, davon rund 1200 nur einmalig. „Es gibt aber auch hartnäckige Fälle, in denen die Tonne leider abgezogen werden muss, weil der Inhalt der Kompostierung weitaus mehr schadet als nützt.“ In die zweite Kategorie fällt die Beobachtung eines Kontrolleurs: „Es kommt vor, dass falsche Abfälle absichtlich versteckt werden. Der alte Schlafanzug wird in die Zeitung gewickelt oder der beanstandete Restmüll wird bei der nächsten Leerung mit Gras bedeckt.“ Den Wendehaken der Kontrolleure entgeht aber nichts.

ZAW-SR-Geschäftsleiter Anton Pirkl ist überzeugt, dass viele Bürger sich einfach keine Gedanken darüber machen, wie schädlich Plastik und Glas im Bioabfall sind. „Die feinen Glassplitter sind ebenso wenig aus dem Kompost zu fischen wie kleinste Plastikteilchen. Glas und Plastik sind keine Bodenverbesserer“, erklärt er. Wer Plastikverpackungen in die Biotonne wirft, trägt dazu bei, dass Mikroplastik in die Umwelt gelangt. Plastikverpackungen gehören in die Wertstoffhöfe. Noch besser ist es, Plastik zu vermeiden.


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