19.07.2019, 10:50 Uhr

2018 besser als erwartet ZAW-SR zieht überraschend positive Bilanz

Der ZAW-SR appelliert an die Verbraucher, ihre Abfälle zu trennen. (Foto: German Popp)Der ZAW-SR appelliert an die Verbraucher, ihre Abfälle zu trennen. (Foto: German Popp)

Der Zweckverband Abfallwirtschaft kann Gebühren stabil halten. Appell zur Müllltrennung!

STRAUBING Das Geschäftsjahr 2018 des Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR) endete überraschend positiv. Das erwartete Defizit von 885.000 Euro konnte deutlich geschmälert werden auf lediglich 500.000 Euro. Diese Einsparung ist den hohen Erlösen bei der Vermarktung von Altpapier und Schrott zu verdanken. Der örtliche Prüfungsausschuss wie auch der Rechnungsprüfer gaben den Jahresabschluss mit einer Bilanzsumme von 33,2 Mio. Euro uneingeschränkt frei. Ohnehin schloss das vergangene Jahr mit einer guten Nachricht für die Verbraucher: die Gebühren bleiben stabil! Und das sind sie schon seit 12 Jahren, vorher waren sie sogar mehrmals gesenkt worden.

Die größte abfallwirtschaftliche Auffälligkeit im Jahr 2018 waren markant gesunkene Grüngutmengen – eine Folge der großen Trockenheit im vergangenen Jahr. Diese hatte einen Rückgang bei den Grüngutmassen von rund 20 Prozent auf knapp 17.000 Tonnen zur Folge. Das entspricht 113,9 kg Einwohner. Grundsätzlich liegt hier aber eine hohe Erfassungsquote vor, wie der bayernweite Vergleich zeigt. Im Jahr 2017 wurden im bayerischen Durchschnitt laut LFU 96,8 kg Grüngut pro Einwohner erfasst, beim ZAW-SR waren es im Vergleichsjahr 146,18 kg.

Die hohe Erfassungsquote trifft nicht auf alle Abfallgruppen zu. Im bayernweiten Vergleich liegt der ZAW-SR bei der Sammlung von Elektrogeräten mit 9,8 kg pro Einwohner zwar leicht über dem bayerischen Durchschnitt von 9,0 kg pro Einwohner (LFU 2017), doch ist davon auszugehen, dass noch etliche elektrische Kleinteile über die Restmülltonne entsorgt werden. Nachdem im Elektrobereich mehrere Erfassungen parallel laufen, z.B. im Handel und beim Altgerätesammler, liegen keine endgültigen Zahlen zu den Sammelmengen vor. Größere Zuwachsraten sind künftig bei der Entsorgung von Solarmodulen zu erwarten. Nach den gesetzlichen Vorgaben sind bei Elektroaltgeräten ab 01.01.2019 insgesamt noch deutlich mehr Geräte zu erfassen, um die Erfassungsquote von 65 Prozent der in den Verkehr gebrachten Geräte zu erfüllen.

In Sachen Leichtverpackungen (Kunststoffe, Alu, Dosen, Verbunde) liegt die Sammelmenge mit 9,19 kg pro Einwohner leicht über dem 10-jährigen Mittel. Auch wenn die Erfassungsmengen bei einem Holsystem höher wären, so plädieren die Verantwortlichen dennoch für das Wertstoffhofsystem. Hier werden die Abfälle sortenrein erfasst und bieten damit eine gute Grundlage für eine stoffliche Verwertung.

Allgemein gibt es keine besonderen Auffälligkeiten bei den Sammelmengen im Jahr 2018. Insgesamt konnte der beträchtliche Anteil von 71 Prozent der gesammelten Abfälle einer Verwertung zugeführt werden. Betrachtet man die letzten 20 Jahre, also die Zeit seit Einführung der Wertstofftrennung, stiegen die erfassten Abfallmengen um 17,6 Prozent von 476 auf 560 kg pro Einwohner und Jahr. Dabei verzeichnet der Restmüll einen Anstieg von 9 Prozent von 131 auf 143 kg pro Einwohner und Jahr. Die Anzahl der angeschlossenen Grundstücke und der damit zu leerenden Abfalltonnen ist weiterhin steigend.

Als besonders erfolgreiche Maßnahme 2018 erwies sich die Kontrolle der Biotonnen. Viele Verbraucher nahmen die Informationen intensiv auf und befüllen ihre braunen Tonnen nun richtig. Rund 300 Behälter mussten allerdings wegen anhaltender Fehlbefüllung abgezogen werden. Die Qualität des gesammelten Bioabfalls hat sich deutlich verbessert. Die Kontrollen bleiben daher weiterhin erhalten.

Die Verantwortlichen des ZAW-SR sehen der weiteren abfallwirtschaftlichen Entwicklung kritisch entgegen, nachdem gesetzliche Regelungen beständig komplizierter werden. Nicht immer ist damit ein echter Nutzen verbunden. Einig ist man sich beim ZAW-SR vor allem bei der Zielsetzung auch weiterhin eine umweltfreundliche und serviceorientierte Entsorgung zu möglichst niedrigen Gebühren zu bieten.


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