08.12.2017, 19:59 Uhr

Forschungsprojekt Straubing setzt sich für die Vermeidung von Kunststoffabfällen ein

(Foto: monticello/123rf.com )(Foto: monticello/123rf.com )

Die Stadt Straubing und ein Team von Wissenschaftlern untersuchen in den kommenden drei Jahren, wie Konsumenten bereits beim Einkauf unnötige Plastikabfälle vermeiden können.

STRAUBING Startschuss für ein neues Projekt für mehr Nachhaltigkeit: Die Stadt Straubing und ein Team von Wissenschaftlern untersuchen in den kommenden drei Jahren, wie Konsumenten bereits beim Einkauf unnötige Plastikabfälle vermeiden können. Dazu entwickelt das Forscherteam auch neue Produkte und Verfahren, die dazu beitragen, dass weniger Plastik verwendet wird. Die Stadt Straubing in der Region der Nachwachsenden Rohstoffe untermauert damit ihre Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit.  

Der Konsumierende als Käufer von Produkten, die aus Plastik bestehen oder mit Plastik verpackt sind, spielt eine entscheidende Rolle für den Plastikverbrauch in Deutschland. Oft sei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern jedoch nicht bewusst, wieviel Plastik sie durch den Kauf eines Produktes unnötig oder unbeabsichtigt in Umlauf oder in die Umwelt bringen. Konsumenten könnten die Verwendung von Kunststoffen durch gezielte Wahl des Produkts beim Einkauf beeinflussen und begrenzen, zum Beispiel durch Produkte ohne oder aus weniger Kunststoff.  

Im Rahmen des Projektes untersucht das Forscherteam, inwiefern die Verbraucherinnen und Verbraucher durch ihre Kaufentscheidung das Entstehen von unnötigen Kunststoffabfällen vermeiden können und wie man ihnen dabei helfen kann. Dies wird exemplarisch bei Lebensmittelverpackungen und Bekleidungstextilien untersucht. Besonders Abfälle von Lebensmittelverpackungen sind eine Herausforderung für die Umwelt, aber auch für Firmen und die Gesellschaft. Da Verpackungen die in ihnen enthaltenen Güter schützen und deshalb unvermeidlich sind, sind Verbesserungen für die Umwelt in diesem Bereich besonders wichtig. Textilien wurden wegen des hohen Anteils synthetischer Fasern gewählt und vor allem aufgrund des großen Plastikaufkommens beim Verpacken auf dem Transport.  

Für ihr Projekt konnte die Stadt Straubing namhafte Partner gewinnen, wie die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die Forschungsstelle für allgemeine und textile Marktwirtschaft an der Universität Münster, die Philipps-Universität Marburg, die Universität Stuttgart, das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) und die Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH.   Zusammen mit Praxispartnern aus der Lebensmittelbranche werden alternative Verpackungen erprobt und auf ihre ökologische Sinnhaftigkeit getestet. Mit Praxispartnern aus der Textilbranche werden unter anderem neue Recyclingwege für Textilien entwickelt. Einige der neuen Produkte und Lösungen werden später in den Geschäften der Partnerunternehmen aus der Lebensmittel- und Textilbranche für einen Zeitraum von zwei Wochen getestet. So werden den Kunden Informationen zum Plastikaufkommen des jeweiligen Produktes über eine eigens entwickelte App mitgeteilt, um sie so bei der Kaufentscheidung zu unterstützen. Basierend auf den ermittelten Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen für die untersuchten Branchen formuliert. Ihre Umsetzung soll es Händlern und Verbrauchern ermöglichen, zu einer Reduzierung des unnötigen Plastikaufkommens beizutragen.  

Das Projekt mit dem Titel „Verbraucherreaktionen bei Plastik und dessen Vermeidungsmöglichkeiten am Point of Sale“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Forschungsschwerpunkts „Sozial-ökologische Forschung“ im Rahmen der Fördermaßnahme „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“. Diese ist Teil der Leitinitiative Green Economy des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3).

„Ich freue mich sehr über diese Förderung, denn die Müllvermeidung ist gerade im Hinblick auf unsere Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen ein zentrales Zukunftsthema“, so Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr. Er betont außerdem: „Mit dem TUM-Campus für Biotechnologie und Nachhaltigkeit haben wir vor Ort einen idealen Partner für dieses Projekt. Straubing kann hier eine echte Vorreiterrolle übernehmen.“


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