27.10.2020, 12:14 Uhr

Drei Jungtiere Aufnahmen aus Wildkameras belegen Luchs-Nachwuchs im Steinwald

Zerklüftete Felsentürme und Waldeinsamkeit: Der Steinwald bietet dem Luchsweibchen und seinem Nachwuchs gute Lebensbedingungen. Foto: Bayerische StaatsforstenZerklüftete Felsentürme und Waldeinsamkeit: Der Steinwald bietet dem Luchsweibchen und seinem Nachwuchs gute Lebensbedingungen. Foto: Bayerische Staatsforsten

Im Steinwald (Landkreis Tirschenreuth) konnte diesen Herbst ein Luchsweibchen mit drei Jungtieren durch Wildkameras des Forstbetriebs Waldsassen, der Stadt Augsburg (Fuchsmühl) und der Güterverwaltung Friedenfels nachgewiesen werden.

Landkreis Tirschenreuth. Das Muttertier stammt aus der Population des Bayerischen Waldes. Das Weibchen war dort verwaist aufgefunden und gesund gepflegt worden, um anschließend im August 2016 in der Region Steinwald wieder freigelassen zu werden. Seit Oktober 2018 belegten zahlreiche Aufnahmen von Fotofallen die Zuwanderung und Etablierung eines Luchs-Männchens aus der Harzer Population. Die beiden Tiere waren zur diesjährigen Paarungszeit die einzigen Luchse im Steinwald und gelten als die Eltern der Jungtiere. Es sind die ersten Nachkommen zweier unterschiedlicher Luchs-Populationen in Deutschland.

Die Meldung des ersten Luchs-Nachwuchses im Steinwald wurde vor Ort positiv aufgenommen. Die Güterverwaltung Friedenfels kündigte bereits an, zur Unterstützung der Luchs-Familie die Bejagung von Rehwild anzupassen.

Kürzlich wurde der Verlust eines männlichen Luchses im Fichtelgebirge bekannt: Ein Jäger erstattete Selbstanzeige, da er diesen versehentlich erschossen habe. Untersuchungen hierzu laufen. Das tote Luchs-Männchen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der aus dem Harz zugewanderte Vater der Jungtiere.


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